Nordamerika

USA: Sacramento fordert Zusammenarbeit mit Kuba in Corona-Krise

In einer einstimmigen Resolution fordern der Bürgermeister und der Stadtrat der kalifornischen Hauptstadt Sacramento den US-Präsidenten und den US-Kongress dazu auf, Beschränkungen, die den Zugang zu kubanischem medizinischen Fachwissen verhindern, aufzuheben.
USA: Sacramento fordert Zusammenarbeit mit Kuba in Corona-KriseQuelle: AFP © Yamil Lage

Die Hauptstadt des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates der Vereinigten Staaten – Sacramento, Kalifornien – verabschiedete am vergangenen Dienstag einstimmig eine Resolution, in der eine verstärkte Zusammenarbeit und ein verstärkter Austausch zwischen den Menschen in den Vereinigten Staaten und Kuba gefordert wurde.

Die nordkalifornische Stadt mit über einer halben Million Einwohnern schließt sich mehr als einem Dutzend US-Städten – darunter Oakland, Kalifornien; Cambridge, Massachusetts; Cleveland, Ohio und andere – an und fordert Beschränkungen, die den Zugang zu kubanischem medizinischen Fachwissen und die Einfuhr kubanischer biotechnologischer Produkte erschweren, aufzuheben.

Die Resolution räumt nicht nur ein, dass die USA, insbesondere die Schwarzen und die Latino-Gemeinschaften, unter der COVID-19-Pandemie leiden, sondern auch, dass Kuba "eine lange Geschichte der internationalen medizinischen Hilfe mit seinem medizinischen Personal hat, das direkt am Kampf gegen COVID-19 beteiligt ist", so der Resolutionstext. Gemeint ist damit zweifelsohne die kubanische Henry Reeve International Medical Brigade gegen Katastrophen und schwere Epidemien.

Unter Berufung auf Kubas nachweisliche Erfolge im Kampf gegen die Ebolaepidemie in Westafrika sowie auf seine Unterstützung bei vielen weltweiten Epidemien wie Denguefieber, HIV, Schweinegrippe und Hepatitis stellt die Resolution fest, dass das medizinische System Kubas 2005 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als weltweit führend in der Biotechnologie anerkannt wurde, da es "bedeutende Beiträge zum internationalen medizinischen Bereich" geleistet hat.

Trotz der medizinischen Errungenschaften Kubas heißt es in der Resolution, dass "die US-Blockade Kubas die Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen und medizinischen Forschung stark eingeschränkt hat" und dass die Bevölkerung von Sacramento "bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie von kubanischem Fachwissen in den Bereichen Biotechnologie, Medizin und öffentliche Gesundheit profitieren würde".

Abschließend forderten der Bürgermeister und der Stadtrat von Sacramento die Legislative und die Exekutive der Vereinigten Staaten auf, "die Beschränkungen des Zugangs zu kubanischem medizinischem Fachwissen aufzuheben, um die COVID-19-Pandemie wirksamer zu bekämpfen, indem sie die Reisesanktionen gegen Kuba aussetzen und die laufenden Maßnahmen einzustellen, die Kuba davon abhalten, medizinische Ausrüstung und Medikamente zu importieren sowie Versuche einzustellen, andere Länder daran zu hindern, kubanische medizinische Brigaden und Hilfe anzunehmen".

Kürzlich erhielt der kubanische monoklonale Antikörper Itolizumab, der vom Zentrum für Molekulare Immunologie (CIM) in Havanna zusammen mit dem indischen Unternehmen Bicon entwickelt wurde, die Genehmigung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA), klinische Studien der Phase III bei Patienten mit COVID-19 in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Brasilien zu beginnen.

Die Unterstützung in den USA für die medizinische, wissenschaftliche und klinische Zusammenarbeit und den Austausch mit Kuba nimmt stetig zu. Über 200 Universitätsprofessoren in den Vereinigten Staaten veröffentlichten Anfang November eine Erklärung, in der sie das Nobelpreiskomitee aufforderten, den Friedensnobelpreis 2021 an die Internationale Medizinische Brigade Henry Reeve in Kuba zu verleihen.

Mehr zum ThemaWeil nicht sein kann, was nicht sein darf: Der Kampf der USA gegen Kubas Ärzte