Nordamerika

US-Präsidentschaftswahl 2020: Abstimmung begann um Mitternacht

Gleich zu Mitternacht leiteten die Wähler kleiner Dörfer im US-Bundesstaat New Hampshire den Wahltag in den USA ein. Die Ergebnisse sind aber für erste Prognosen nicht ausreichend, da längst nicht alle Resultate den Wählerwillen widerspiegeln.
US-Präsidentschaftswahl 2020: Abstimmung begann um MitternachtQuelle: Reuters © Ashley L. Conti

Mit Abstimmungen in kleinen Orten im US-Bundesstaat New Hampshire hat um Punkt Mitternacht der Wahltag in den USA begonnen. Das erste Ergebnis wird aus dem Dorf Dixville Notch erwartet, das schon seit dem Jahr 1960 stets ab Mitternacht votiert. Hier gibt es weniger als ein Dutzend registrierte Wähler, sodass gleich nach der Stimmabgabe ausgezählt wird. Auch in dem kleinen Örtchen Millsfield wird traditionell um Mitternacht abgestimmt. Im Ort Hart's Location fällt die Mitternachtsabstimmung bei dieser Präsidentschaftswahl pandemiebedingt aus. Hier öffnen die Wahllokale wie andernorts erst einige Stunden später.

Dass man dort so früh wählen darf, ist einem Gesetz in New Hampshire zu verdanken. Es erlaubt Gemeinden mit weniger als 100 Einwohnern, sowohl bei den Vorwahlen als auch bei der Präsidentenwahl schon um Mitternacht ihre Wahllokale zu öffnen. Damit sollte Eisenbahnarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, wählen zu gehen und sich anschließend zur Nachtruhe zu begeben, um dann pünktlich zur Arbeit anzutreten. Die Resultate aus den kleinen Orten repräsentieren jedoch längst nicht immer, wer am Ende Präsident wird.

Der Wahl zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ging ein beispielloser Wahlkampf voraus. Der 74-jährige Republikaner Donald Trump kandidiert für eine zweite und letzte Amtszeit. Sein 77-jähriger Herausforderer, der Demokrat Joe Biden, will ihn im Weißen Haus ablösen. Beide Seiten erklärten die Abstimmung zu einer Schicksalswahl. Bereits vor dem Wahltag hatten mehr als 95 Millionen US-Bürger per Brief oder in vorab geöffneten Wahllokalen abgestimmt. Dies umfasste  im Jahr 2016 nach Angaben des United States Elections Project rund 70 Prozent aller Wähler.

Der Wahlkampf konzentrierte sich auf die sogenannten Swing States, bei denen traditionell nicht feststeht, ob der Kandidat der Republikaner oder der Demokraten siegen wird. Trump liegt in Umfragen sowohl landesweit als auch in mehreren Swing States hinter Biden. Seine Wiederwahl ist dennoch nicht ausgeschlossen, zumal aufgrund des Wahlsystems auch der Kandidat mit den meisten Stimmen unterliegen kann. Trump hat vor der Wahl nicht bestätigt, dass er das Resultat akzeptieren wird. Wegen der vielen erwarteten Briefwahlstimmen ist unklar, ob noch in der Wahlnacht ein Ergebnis vorliegen wird.

Neben dem Präsidenten stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat zur Wahl. Umfragen geben den Demokraten gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu behalten und nach sechs Jahren die Kontrolle über den Senat zurückzugewinnen.

Die USA erstrecken sich über mehrere Zeitzonen. Die letzten Wahllokale in Alaska sind bis 6.00 Uhr MEZ am Mittwoch geöffnet, auf den Aleuten noch eine Stunde länger bis 7.00 Uhr MEZ. Mit Schließung der Wahllokale im nördlichsten Bundesstaat ist die US-Wahl beendet.

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(dpa/rt)