Meinung

Im Schlaglicht: Mit der Supermaske den Mode-Markt erobern!

Das Geschäft mit der Maske beschäftigt nicht nur Bundestags- und Landtagsmitglieder nachhaltig. Immer modischere und spacigere Varianten drängen auf den Markt der Corona-Verunsicherten, die auf der Suche nach dem neuesten Schick oder dem ultimativen Look sind.
Im Schlaglicht: Mit der Supermaske den Mode-Markt erobern!Quelle: www.globallookpress.com © HANNO BODE via www.imago-images./www.imago-images.de

Ein Meinungsbeitrag von Stephan Fein

Hätte Star-Wars-Bösewicht Darth Vader gewusst, was Rapper will.i.am von den Black Eyed Peas in seiner 2021-Frühjahrskollektion für nur 300 US-Dollar auf den Markt wirft, hätte er ihm sicherlich einen Besuch abgestattet. Denn in Zeiten von Corona schützt die "Xupermask" nicht nur vor allerlei Viren. Sie sieht auch noch ultraspacig aus und hat reichlich Special-Features wie Kopfhörer und sogar eine Lüftung zu bieten. Was will man mehr?

"Die Xupermask ist modisch und funktional", wirbt der Rapper für seine Kreation. Die von ihm in Zusammenarbeit mit dem Hightech-Hersteller Honeywell entwickelte Prachtmaske hält im Design den Vergleich mit jedem Science-Fiction-Accessoire stand. Vollgepackt mit technischen Features wie magnetischen Kopfhörern, Bluetooth und integrierten LEDs sowie einem Mikrofon zum Telefonieren blasen Mini-Ventilatoren bei Bedarf – man höre und staune – sogar Luft hinein.

Eine Dichtung um die Nase soll verhindern, dass Brillengläser beschlagen. Der wiederaufladbare Akku soll rund sieben Stunden halten. Laut Hersteller wird sie in Wellen mit limitierter Stückzahl verkauft, ist also nichts für den Normalo.

Ein weiteres Produkt aus der Maskenanstalt stammt vom Weltwirtschaftsforum (WEF). Dort wurde die etwas weniger auffällige und luxuriöse Gesichtsbedeckung auf der offiziellen Twitter-Seite als eine intelligente "Gesichtsmaske der Zukunft" vorgestellt, die jeden Atemzug des Nutzers kontrolliert und ihn informiert, falls er vergisst, sie aufzusetzen. Das alles natürlich per App und Smartphone vernetzt. Hier erinnern tüchtige Geschäftemacher sogar an den Umwelt-Effekt: an die 75 Prozent der gebrauchten herkömmlichen Masken würden in den Weltmeeren oder auf Müllkippen landen. Immerhin hätte die Weltgemeinschaft im Jahr 2020 schon 166 Milliarden US-Dollar für Masken ausgegeben.

Was sind da noch ein paar Kröten mehr für ein ganz besonderes Accessoire, das von dem chinesischen High-Tech-Unternehmen CirQ Technologies kreiert wurde? Außerdem erinnert die Maske den Träger daran, wann sie gereinigt werden muss, oder ob sie überhaupt richtig getragen wird oder noch im Handschuhfach vergessen wurde. Eine weitere wichtige Schutzfunktion bietet der modische, schlicht in dunkelblau gehaltene Virenschutz: Wenn sich im Inneren zu viel Kohlendioxid ansammelt, erhält der Nutzer eine kurze Nachricht per App, doch mal kurz frische Luft einzuatmen. 

Vielleicht spenden diese erhellenden Erneuerungen manchem Bundestagsabgeordneten neue Ideen für weitere zündende Geschäfte? Zu befürchten wäre es. 

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