Meinung

"Debil State" – Wie geht's Joe Biden?

Rekordverdächtig: Volle 64 Tage braucht US-Präsident Joe Biden für seine erste Pressekonferenz. Kein Präsident hat bisher derart lange abgewartet. Während der Mainstream so tut, als sei alles in Ordnung, mehren sich die Anzeichen, dass der Kaiser nicht nackt ist, sondern senil.
"Debil State" –  Wie geht's Joe Biden?Quelle: Reuters © Carlos Barria

von Arthur Buchholz

Die Spannung ist vorbei: Am Donnerstag, dem 25. März wird Joe Biden seine langersehnte erste Pressekonferenz vor dem Journalistenkorps des Weißen Hauses geben. Nicht, dass irgendjemand mitzählen würde, aber bis dahin werden es 64 Tage ohne offizielle Pressekonferenz sein. Das ist Rekord. Jeder Versuch einer freien Fragerunde wurde erfolgreich vom Stab abgewehrt.  Nicht, dass sich irgendein Medium finden würde, das ihm das vorwirft. Er ist doch der liebe demokratische Onkel.
Eine Stimme meinte, Biden und die Presse seien nicht in der Flitterwochenphase, sondern in Wirklichkeit ein altes, eingespieltes Paar. Im Kontrast für das als "Trump derangement syndrome" bekannte Phänomen, alles zu verreißen, was Trump gemacht hat, finden die Medien sich jetzt die Verteidigung von allem, was Biden tut und sagt.

Und wer Nachrichten verfolgt, spürt die verdächtige Stille. Man könnte beinahe sagen, es ist fast schon ein bisschen langweilig geworden ohne Trump. Der Polterer mit der Sturmfrisur hat den Medien stets Kontra gegeben, auch wenn er oft über das Ziel hinausschoss. Bei Biden kommen die Medien überhaupt nicht dazu, ihn zu attackieren, denn er erscheint gar nicht. Stattdessen darf seine Pressesprecherin Jen Psaki handzahme Fragen beantworten oder auf später vertrösten. Es wurde den Journalisten im Weißen Haus sogar nahegelegt, die Fragen doch bitte im Vorfeld schon zu schicken.

Eine Reporterin kommentiert:

An alle, die fragen, warum das wichtig ist: Wenn Psaki Ihre Frage nicht mag, ruft sie Sie nicht auf.

Alles nur für die Qualität der Pressekonferenzen natürlich. Bidens letzter Treppenstolperer wird einfach wegberichtet. Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen. Bei einem ähnlichen Vorfall 2020, als Trump in Westpoint eine Rampe vorsichtig herunterstieg, wurde sein Gesundheitszustand tagelang fiebrig diskutiert.

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Wochenlang tat die neue Administration so, als wäre an der Grenze zu Mexiko alles eitel Sonnenschein. Während des Wahlkampfes kündigte Biden vollmundig Asyl für alle an. Zu Beginn der Präsidentschaft unterzeichnete er eine Reihe von Verfügungen, um die Einreise leichter zu machen. Mit verheerenden Folgen.
Im Januar standen 75.000 Menschen an der US-mexikanischen Grenze, im Februar 100.000. Es handelt sich um eine handfeste Krise. Momentan sind 15.000 unbegleitete Jugendliche in Unterkünften untergebracht, die noch unter Obama gebaut wurden und die Bilder produzierten, die man später gegen Trump in Stellung brachte. Gleichzeitig verbieten die Grenzbehörden jegliche Presse im Grenzgebiet. US-amerikanische Journalisten arbeiten von Mexiko aus, um die Zustände im Heimatland zu dokumentieren. Unter Trump hätte dies einen Aufschrei gegeben. Jetzt lässt Biden die Parole ausrufen: Kommt nicht rüber! Vizepräsidentin Kamala Harris findet die Frage, ob sie an die Grenze fahre, eher erheiternd. Man stelle sich erneut vor, Mike Pence hätte so reagiert. Ironisch, wenn es nicht so traurig wäre.

Und dann natürlich Bidens Versuch, es mit Putin aufzunehmen. Was für eine Blamage! Ich weiß nicht, ob Biden Rocky IV vor Augen hatte, aber er ist nicht Silvester Stallone und Putin ist nicht Ivan Drago. Und überhaupt ist die Zeit kerniger Aussagen à la Reagans "Evil Empire" einfach vorbei. Putins Replik, er wünsche Biden "ganz ironiefrei gute Gesundheit" ist auch schon das Beste, was er darauf hätte sagen können. Wie der 78-jährige Biden reagiert hat, ist nicht überliefert, aber er hätte sich bestimmt gefreut. Seinen ursprünglichen "Killer"-Kommentar hat er sicher nicht mehr im Kopf. Ein australischer Kommentator bemerkte schließlich treffend: Biden könnte erfolgreich eine Überraschungsparty für sich selbst schmeißen.

Ganz ehrlich: Mittlerweile weiß die gesamte Welt, dass Biden, bei allem Respekt, nicht mehr ganz auf der Höhe ist. Das Internet vergisst nicht und Videos seiner Aussetzer sind überall zu finden. Der Kaiser ist senil und weiß es nicht. Die Mainstream-Medien sollten das aufdecken, anstatt ihn zu schützen und den Untertanen ein topfittes Staatsoberhaupt zu verkaufen. Wann wird endlich jemand mit dem Finger auf den Kaiser zeigen?

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