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Twitter sperrt Konten von drei iranischen Nachrichtenagenturen

Die persischsprachigen Konten der drei iranischen Nachrichtenagenturen "Mehr", "Young Journalists Club" (YJC) sowie "IRNA" wurden von Twitter ohne Vorwarnung gesperrt. Die Begründung des Kurznachrichtendienstes überrascht.
Twitter sperrt Konten von drei iranischen NachrichtenagenturenQuelle: Reuters © Brendan McDermid

Die persischsprachigen Twitter-Konten der Nachrichtenagentur Mehr sowie des Young Journalists Club (YJC) und der IRNA sind seit Freitag auf Twitter gesperrt. Mehr und YJC sind halboffizielle Nachrichtenagenturen und IRNA die offizielle staatliche iranische Agentur. Die englischsprachigen Konten von Mehr und IRNA waren ab Samstagabend allerdings noch zugänglich.

Twitter hat den betroffenen Agenturen offenbar nicht mitgeteilt, warum sie gesperrt wurden. Zumindest nicht sofort. Mehr erklärte am Samstagabend auf seiner englischen Webseite, dass die Agentur über den Grund der Sperrung durch Twitter noch im Dunkeln tappe. Zudem bezeichnete die Agentur die Vorgehensweise als "illegal".

YJC sagte, dass der Account "keinen anderen Zweck hat als die Veröffentlichung von Nachrichten und Informationen". Laut Berichten wurden auch Konten anderer iranischer Nutzer im Rahmen des Eingreifens von Twitter gesperrt.

Einen Tag nach der Sperrung sagte ein von der AFP zitierter Twitter-Sprecher, dass die Konten der Agenturen wegen "koordinierter und gezielter Verunglimpfung" der religiösen Minderheit der Bahai im Iran gesperrt worden seien.

Es bleibt jedoch weiter unklar, warum Twitter gerade jetzt gegen die Agenturen vorgeht. Die Vorwürfe gegen den Iran im Zusammenhang mit dem Bahaitum sind Jahrzehnte alt. Das Bahaitum entstand im 19. Jahrhundert in Persien. Laut dem Glauben gibt es einen einzigen Gott, und Weltreligionen sind nur Stufen der spirituellen Evolution der Menschheit. Im Iran gelten die Anhänger der Religion als Ketzer gegen den Islam.

Iranische Twitter-Nutzer spekulierten über den Zeitpunkt der Sperrung und stellten eine Verbindung zu der Beschlagnahmung eines britischen Tankers her. Das unter britischer Flagge fahrende Schiff mit 23 Seeleuten an Bord wurde von der iranischen Revolutionsgarde wegen "Verletzung internationaler Seeregeln" gestoppt. Teheran behauptet, dass das Schiff einen Notruf eines iranischen Bootes ignoriert habe.

Großbritannien kündigte eine "überlegte, aber robuste" Reaktion auf die Beschlagnahmung an, während die USA den Vorfall als Beispiel für "eskalierende Gewalt" aus dem Iran bezeichneten.

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