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Bill Gates warnt erneut: Müssen uns auf weit schlimmere Pandemie vorbereiten

In der Corona-Krise gilt der US-Milliardär und Microsoft-Gründer Bill Gates vielen als sogenannter Corona-Experte. Nun meldete sich der Mäzen mit neuen Einschätzungen zur Krise zurück. So könnte noch in diesem Jahr das Schlimmste überstanden sein. Damit sei es allerdings längst nicht getan.
Bill Gates warnt erneut: Müssen uns auf weit schlimmere Pandemie vorbereitenQuelle: Gettyimages.ru © Leon Neal, Getty Images Europe

Der US-Milliardär und Microsoft-Gründer Bill Gates firmiert gemeinhin als Philanthrop, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Menschheit von Leid und Krankheit zu befreien. Dabei baut er vor allem auf die mutmaßlichen Segnungen der Biotechnologie und Pharmazeutik. Und insbesondere während der Corona-Krise galt der Unternehmer politischen Entscheidungsträgern als geschätzter Experte, der hier mehr "globale Impfgerechtigkeit" einforderte und dort seine warnende Stimme erhob.

Dies tat er zuletzt vermehrt, um die Regierungen weltweit bereits vor den nächsten Pandemien zu warnen und die Politik dadurch dazu zu motivieren, mehr in die Präventionsarbeit zu investieren. Letztere betreibt der Tech-Mogul nach eigener Lesart bereits über seine Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung auf vielfältige Weise rund um den Globus. Dabei lässt er auch den sogenannten Qualitätsmedien beachtliche Beträge zukommen. Doch auch Einrichtungen wie das Robert Koch-Institut (RKI) werden mit Finanzspritzen bedacht und mit Milliarden wurde wiederum die Produktion von Corona-Impfstoffen gefördert. "Was gesund ist, bestimmt Bill Gates", soll für die WHO ohnehin gelten.

Ende Januar 2021 teilte Gates in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung mit, dass COVID nun wie Erdbeben und Wirbelstürme Teil der neuen Normalität sei. "Die Müdigkeit wegen der wirtschaftlichen Einschränkungen ist in vielen Ländern gigantisch. Gott sei Dank kommen jetzt die Impfstoffe raus, aber auch da sind alle herausgefordert bei Logistik und Nachfrage", teilte Gates mit. Die aktuelle Pandemie sei bereits schlimm, "aber eine künftige Pandemie könnte zehn Mal so schlimm sein. Es muss also eine globale Antwort geben", ergänzte er.

Und während bei vielen Menschen allmählich die Hoffnung aufkeimt, dass "Corona" sich bald dem Ende näher könnte, warnte der Mäzen nun erneut "vor Pandemien, die weitaus schlimmer sein könnten als COVID". Zwar sei das Coronavirus SARS-CoV-2 sehr leicht übertragbar, aber die Todesrate sei geringer als bei Masern oder Pocken.

Gemeinsam mit der EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelrecht, Stella Kyriakides, äußerte er nun in einem u. a. bei der Welt veröffentlichten Gastbeitrag die Überzeugung, dass "diese Pandemie 2022 beendet werden kann". Für die Zukunft bräuchte es nun jedoch "Impfstoffe, die Schutz gegen alle künftigen Mutationen bieten".

Es ist für Gates offensichtlich nicht die Zeit, um sich in trügerischer Sicherheit zu wiegen. Optimismus sei jedoch möglich, wenn die Regierungen nun vor allem auch in die Impfstoffforschung investierten. Gut angelegt sei das Geld ohnehin, so der US-Unternehmer:

"Wenn wir darüber reden, Milliarden auszugeben, um Billionen von wirtschaftlichen Schäden und Milliarden von Menschenleben zu retten, ist das eine ziemlich gute Versicherungspolice."

Es seien "Innovationen, die jeden erreichen", die bei einer künftigen Pandemie Schlimmeres verhindern helfen könnten. Nach den in Rekordgeschwindigkeit entwickelten COVID-19-Impfstoffen und -Therapeutika gehe es nun also vor allem darum, "noch mehr und noch bessere Lösungen (zu) entwickeln, wie etwa Impfstoffe, die gegen alle Varianten wirken und schneller mehr Menschen erreichen".

In diesem Zusammenhang verkündete Gates nun, dass man gemeinsam mit der britischen Stiftung Welcome Trust die finanzielle Förderung der sogenannten Koalition für Innovationen in der Epidemiologie (CEPI) um 50 Prozent auf 264 Millionen Auro anheben werde.

CEPI verfügt über ein Portfolio von mehr als 20 noch nicht ausgereiften, aber demnach erfolgversprechenden Impfstoffkandidaten. Dabei ist es einer der Schwerpunkt, die Impfstoffe auch ärmeren Ländern zugänglich zu machen. Gates appelliert nun an die Regierungen der Welt, sich ebenfalls großzügig zu zeigen, um die 3,5 Milliarden zusammenzubekommen, die CEPI für seine Arbeit benötige. Eines der ambitionierten CEPI-Ziele liegt nun darin, "die Entwicklungszeit für einen neuen Impfstoff auf nur 100 Tage zu verkürzen".

"Schon vor dem Ausbruch von COVID-19 unterstützte CEPI die Erforschung von mRNA-Impfstoffen – ein wissenschaftlicher Durchbruch, der eine weltweit rasche Reaktion auf die Krise ermöglichte."

Bei CEPI selbst wird davor gewarnt, dass es sich bei COVID-19 nur um eine von vielen Krankheiten mit pandemischen Potenzial handele und nur beherztes Handeln Schlimmeres verhindern könne.

Deutschland gehört zu den Förderern der 2017 als Reaktion auf die tödliche Ebola-Epidemie in Westafrika gegründete Initiative. Mitglieder sind neben Regierungen Stiftungen, Forschungseinrichtungen und Pharma-Unternehmen. CEPI hat unter anderem die Corona-Impfstoffe AstraZeneca und Novovax gefördert, die beide von der WHO als effektiv und sicher eingestuft wurden. Über die Entstehungsgeschichte von CEPI erzählte der Direktor des Wellcome Trust Jeremy Farrar: "Wir lebten damals und leben heute in einer Ära häufigerer und komplexerer Epidemien und Pandemien". Was die Zukunft anbelangt, teilte der Brite mit:

"Keiner von uns glaubt, dass Omikron die letzte Variante sein wird oder dass COVID-19 die letzte Pandemie sein wird."

Bei CEPI, erklären Gates und Kyriakides der Leserschaft, handele es sich um eine "globale Institution, die sich dem Schutz der gesamten Welt verschrieben" habe. Erwähnung findet in diesem Zusammenhang auch die Mitte September eingerichtete EU-Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA). CEPI ergänze deren Arbeit. Die EU-Behörde hat es sich nach eigenem Bekunden auf die Fahnen geschrieben, "Vorkehrungen für künftige Notlagen im Gesundheitsbereich" zu treffen.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen‚ teilte anlässlich der HERA-Einrichtung mit: "Die HERA ist ein weiterer Baustein einer stärkeren Gesundheitsunion und ein zentrales Element unserer Krisenvorsorge. Mit der HERA werden wir sicherstellen, dass wir die medizinische Ausrüstung haben, die wir brauchen, um unsere Bürgerinnen und Bürger vor künftigen Gesundheitsgefahren zu schützen."

Sie habe außerdem 2020 versprochen, dass die HERA in der Lage sein werde, schnelle Entscheidungen zur Sicherung der Versorgung zu treffen. Dieses Versprechen werde nun eingelöst.

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