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EZB-Präsidentin Lagarde stellt klar: "Kryptos sind keine Währung"

Die Benennung der neuen Coronavirus-Variante in "Omicron" bescherte der gleichnamigen Kryptowährung ungeahnte Höhen. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde sieht Kryptowährungen allerdings als hoch spekulative und verdächtige Vermögenswerte. Kritik an ihrer Geldpolitik weist sie zurück.
EZB-Präsidentin Lagarde stellt klar: "Kryptos sind keine Währung"Quelle: www.globallookpress.com © © Salerno/EUC

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Omikron-Variante des Coronavirus als sehr hohes globales Risiko ein. Nachdem die WHO der neuen Variante ihren Namen gab, stieg die gleichnamige Kryptowährung Omicron (OMIC) um mehr als 700 Prozent. Schon der Beginn der Pandemie hatte den Appetit nach Kryptowährungen geweckt. Ein Beispiel hierfür ist das COVIDPunks-Projekt: Ein einziger Original-Cryptopunk – CryptoPunk 7523 – wurde bei Sotheby's für 11.754.000 USD verkauft. 

Die zehn größten Kryptowährungen schaffen eine Marktkapitalisierung von 2,2 Billionen Dollar. Während Kryptowährungen durch einen Computeralgorithmus gemanagt werden, werden digitale Währungen durch eine Behörde unterstützt.  

Wer aber entscheidet, was eine Währung ist? Gegenüber Bloomberg  erteilte die EZB-Präsidentin Christine Lagarde den Kryptowährungen eine Abfuhr:

"Kryptos sind keine Währung. Punkt. Kryptos sind hoch spekulative Vermögenswerte, die möglicherweise als Währung Berühmtheit erlangen wollen. Aber sie sind keine. Ich denke, wir müssen unterscheiden zwischen Kryptos, das heißt Vermögenswerten, die hoch spekulativ sind, gelegentlich verdächtig und in Bezug auf ihren Energieverbrauch von großer Intensität. Aber sie sind keine Währung. Und auf der anderen Seite sind da diese stabilen Big-Tech Coins, die anfangen sich zu verbreiten."

Über allem stünden die Zentralbanken, die sich an der Nachfrage der Kunden orientierten. Die Politik der EZB steht derweil in der Kritik die vorherrschende Inflation zu unterschätzen.

Diese Kritik äußerten der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und der Chef der DZ Bank Cornelius Riese. Lagarde bekräftigte vor dem Europaparlament dennoch, keine striktere Geldpolitik anzustreben, und betonte, die Inflation sei wegen der hohen Energiepreise und Angebotsengpässe nur vorübergehend. 

In Deutschland locken bereits einige Geschäfte damit, Bitcoins als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Am 2. August 2021 trat das neue Fondsstandortgesetz (FoStoG) Gesetz in Kraft, wonach Anleger 20 Prozent ihres Kapitals in Kryptoassets investieren dürfen. Hierdurch entstehen neue Geschäftsmöglichkeiten von einem Investitionsvolumen von 400 Milliarden Euro allein in Deutschland.

Bei einem Erwerb von Bitcoins sind in Deutschland "Spekulationsgewinne" des Verkaufs innerhalb von zwölf Monaten bis 600 Euro steuerfrei. Nach einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn aus der Veräußerung bislang steuerfrei. Die Ampel-Koalition könnte dies jedoch bald ändern. 

Mehr zum Thema - IWF warnt vor Bitcoin als gesetzlichem Zahlungsmittel

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