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Pegasus-Skandal: Auch Frankreich soll Kauf der Hacker-Software geplant haben

Während Berichte über die mögliche Ausspähung französischer Politiker Empörung hervorriefen, sollen Frankreichs Beamte selbst kurz davor gewesen sein, das berüchtigte Hacker-Instrument von NSO zu kaufen. Die Firma kämpft derweil offenbar mit der Pleite.
Pegasus-Skandal: Auch Frankreich soll Kauf der Hacker-Software geplant haben© Legion/ Timon Schneider

Als im Sommer auch der Verdacht laut wurde, dass Spionageprogramme der israelischen NSO Group den französischen Präsidenten Emmanuel Macron ins Visier genommen hätten, war die Empörung groß und eine diplomatische Krise drohte. Das Unternehmen erhält seine Exportlizenzen vom israelischen Verteidigungsministerium. Zudem sind laut Reuters vorrangig Veteranen des israelischen Militärgeheimdienstes dort tätig. Es folgten hochrangige Treffen, in deren Folge israelische Beamte schließlich versprachen die Vorwürfe zu untersuchen.

Doch laut dem MIT Technology Review platzte damit auch ein geplanter Deal. Denn französische Regierungsvertreter waren zu dieser Zeit selbst im Begriff, Pegasus-Hacker-Instrumente von NSO zu erstehen. Die Vertragsverhandlungen befanden sich demnach bereits in der Endphase.

Dem Bericht zufolge haben die Franzosen nach den Anschuldigungen, dass französische Politiker möglicherweise zu den Zielpersonen gehörten, die Verhandlungen nur wenige Tage vor dem geplanten Verkauf abgebrochen. Nach der Veröffentlichung dementierte das französische Außenministerium zudem, dass es sich an einem Kauf der NSO-Software beteiligt habe.


Die israelischen Technologieunternehmen NSO Group und Candiru werden seit einiger Zeit beschuldigt, Hacking-Software unter anderem an autoritäre Regierungen zu verkaufen, welche damit Politiker, Dissidenten, Journalisten und Aktivisten auch außerhalb ihrer eigenen Landesgrenzen ausspionieren, und sie so einschüchtern und zum Schweigen bringen. Nebenbei wurde die Software dabei offenbar auch zu privaten Zwecken missbraucht, wie im Fall des Premierministers der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bekannt wurde.

Nachdem das israelische Unternehmen in den USA sanktioniert wurde, droht der NSO Group Berichten zufolge nun ein Zahlungsausfall in Höhe von 500 Millionen Dollar. Das US-Handelsministerium hatte früher im November die israelischen Unternehmen NSO Group und Candiru auf seine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, die gegen die nationale Sicherheit oder die außenpolitischen Interessen der Vereinigten Staaten verstoßen. Die US-Regierung begründete den Schritt mit der Behauptung, NSO entwickle und verkaufe "Spionagesoftware an ausländische Regierungen", die diese für bösartige Zwecke einsetzten. Das Unternehmen indes hat solche Behauptungen wiederholt bestritten, und offenbar vergeblich versucht, die Aufhebung der Sanktionen zu erwirken und Kontakt mit Beamten der US-Regierung aufzunehmen. Nach Angaben des israelischen Unternehmens versetze sein Haupt-Produkt Pegasus die Käufer vielmehr dazu in die Lage, Kriminalität und Terrorismus zu bekämpfen.

Darauf beriefen sich auch Beamte in Staaten wie Deutschland, Spanien und Mexiko, die das Instrument ebenfalls erworben hatten. Pegasus ermöglicht es, in das Telefon der Zielperson einzudringen, sie zu belauschen und Zugriff auf alle Daten auf dem Gerät zu erhalten, einschließlich Nachrichten, Kontakten und Fotos.

Am 22. November hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit von NSO herabgestuft und das Unternehmen acht Stufen unter Investment Grade gesetzt. Schon im vergangenen Jahr verzeichnete die NSO Group einen negativen Cashflow, und Analysten von Moody's gehen davon aus, dass der derzeitige Umsatzrückgang und die Ausschüttung an die Aktionäre das Unternehmen auch für den Rest des Jahres belasten könnten. Laut der US-Ratingagentur könnten die Schulden von NSO die Gewinne in diesem Jahr um fast das 6,5-fache übersteigen. Währenddessen stufte S&P Global Ratings das Unternehmen mit B- ein. Das bedeutet, dass es wahrscheinlich immer noch in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, aber sehr anfällig für ungünstige wirtschaftliche Bedingungen sein wird. Mitarbeiter des Unternehmens, die anonym bleiben wollten, sagten dem MIT Technology Review, die Sanktionen und Skandale hätten NSO in eine existenzielle Krise gestürzt.

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