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Herzmuskelentzündungen nach mRNA-Coronaimpfungen deutlich häufiger als angenommen

Neue Studien zeigen, dass das Risiko einer Herzmuskelentzündung im Zusammenhang mit der Coronaimpfung bei Kindern bisher deutlich unterschätzt wurde: Bei 12-bis 17-Jährigen tritt eine Myokarditis neunmal häufiger auf als bisher angenommen. Mehrere Länder haben bereits eingelenkt und verabreichen Kindern nur noch eine einfache Impfstoff-Dosis.
Herzmuskelentzündungen nach mRNA-Coronaimpfungen deutlich häufiger als angenommenQuelle: www.globallookpress.com © Frank Hoermann/SVEN SIMON

Mitte August 2021 sprach die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland nach langem Zögern die Empfehlung aus, Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren mit den Vakzinen der Pharmakonzerne BioNtech/Pfizer und Moderna gegen COVID-19 zu impfen. Zuvor hatte es von Seiten der Politik massiven Druck auf die STIKO gegeben, auch wenn STIKO-Chef Thomas Mertens erklärte, dass die Empfehlung angeblich nicht aufgrund politischer Einflussnahme geändert wurde, sondern weil mehr Daten und Erkenntnissen zur Corona-Impfung bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren vorlägen.  

Nun zeigen neueste Untersuchungen, dass die anfängliche Skepsis anscheinend doch berechtigt war: Am Donnerstag wurde durch zwei größere Studien bekannt, dass das Risiko von Herzmuskelentzündungen, die mit der Verabreichung der mRNA-Vakzine von Moderna oder BioNTech/Pfizer einhergehen, deutlich größer ist als bisher angenommen. Bei Jungen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren ist das Risiko einer Myokarditis etwa neunmal häufiger als bisher vermutet. Wie israelische Wissenschaftler im New England Journal of Medicine berichten, tritt die Erkrankung insbesondere im Alter zwischen 16 und 29 Jahren mit rund elf Fällen je 100.000 Einwohnern deutlich häufiger auf als erwartet. Besonders betroffen sind Männer. Bisher ging auch die STIKO von einem deutlich niedrigeren Wert aus, nämlich von 1,2 Fällen je 100.000 Einwohnern.

Auch bei genauerer Betrachtung des Mittelwerts über alle Altersklassen und beide Geschlechter ergeben sich laut dem Kardiologen Dr. Guy Witberg drei Wochen nach der zweiten Dosis 2,13 zusätzliche Myokarditis-Fälle je 100.000 Personen – mehr als bisher angenommen. Zwar traten bei den meisten Fällen von Myokarditis nur milde Verläufe auf – von den 54 Herzmuskelentzündungen, die bei den 2,5 Millionen geimpften Personen vorkamen, waren drei von vier Fällen milde. Etwa 22 Prozent der Untersuchten trugen aber langfristige Folgen davon, ein Patient überlebte die Erkrankung nicht.

In einigen Ländern wie Norwegen haben die Erkenntnisse bereits zu einem Umdenken geführt: Im Rahmen einer medizinischen Abwägung von Nutzen und Risiken änderten die Behörden dort ihren Kurs, sodass Kinder ab 12 Jahren vorerst nur eine einfache Impfstoff-Dosis bekommen. Grund dafür sind die Erkenntnisse einer zweiten Studie im New England Journal of Medicine, der zufolge das Risiko einer Myokarditis nach der zweiten Impfung steigt: Laut den Ergebnissen der Untersuchung werden nach der zweiten Impfstoff-Dosis im Vergleich zur ersten etwa doppelt so viele Myokarditis-Fälle gemeldet. In Ländern wie Schweden, Dänemark und Finnland wird der Moderna-Impfstoff zudem nicht mehr an Menschen verabreicht, die jünger als 30 Jahre sind. Stattdessen wolle man vorerst das BioNTech/Pfizer-Präparat verabreichen.

Mehr zum Thema - Bilanz des PEI: Deutlich mehr Kinder mit Impfreaktion als mit COVID-19-Diagnose im Krankenhaus

Information:

In puncto Sicherheit und Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe haben viele Menschen Bedenken bezüglich der relativ neuen Impfstoffe auf Basis der mRNA-Technologie. Zahlreiche Experten in Wissenschaft, Politik und Medien schätzen diese als sicher und effektiv ein, da sie das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung weitgehend verhindern und die Vorteile einer mRNA-Impfung die Risiken und Nebenwirkungen überwiegen. Langzeitnebenwirkungen der Impfungen sind generell nicht bekannt. Auch Risiken wie der ADE-Effekt (antibody-dependent enhancement, auf Deutsch: infektionsverstärkende Antikörper) wurden bisher bei weltweit Milliarden verabreichter Impfstoffdosen nicht beobachtet. Auch, dass Gensequenzen von beispielsweise mRNA-Vakzinen in die menschliche DNA eingebaut werden, gilt in Fachkreisen als ausgeschlossen. Stellungnahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der bundesdeutschen Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) lassen sich hier und hier nachlesen.

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