International

Für die nächste Pandemie: Bill Gates plant "gigantische mRNA-Fabriken" in Indien

Im Interview mit der Times of India hat Microsoft-Gründer Bill Gates erklärt, dass die Corona-Krise auch im Jahr 2022 noch ein Thema sein wird. Für die "nächste Pandemie" wolle man jedoch besser gerüstet sein. Daher plane man mRNA-Fabriken in Entwicklungsländern.
Für die nächste Pandemie: Bill Gates plant "gigantische mRNA-Fabriken" in IndienQuelle: www.globallookpress.com © Cbs/Keystone Press Agency

Noch im April dieses Jahres gab der Microsoft-Gründer und Gesundheitsmäzen Bill Gates bekannt, dass die Welt seiner Meinung nach bis Ende 2022 wieder "völlig normal" sein wird. Doch nun scheint der Multimilliardär seine Prognose zu revidieren. Im Interview mit der Times of India sagte er, dass dies wohl schwierig werden könnte. Grund dafür sei die erstmals in Indien aufgetretene Delta-Variante. Man sei überrascht gewesen, wie ansteckend und für wie viele Corona-Fälle diese verantwortlich ist.

Rückblickend sei er froh, dass die von ihm gegründete Bill & Melinda Gates Foundation das Serum Institute of India, den weltgrößten Hersteller von Impfstoffen, im Frühjahr 2020 mit 300 Millionen Euro finanziert habe. Durch das Institut habe man eine Rekordzahl an Impfstoffen herstellen können. Dennoch sei Delta die schlimmste Variante. Daher werde es auch nach 2022 immer noch zu Corona-Fällen kommen und man werde dieses Ziel wohl verfehlen. Im Interview erklärte Gates auch, dass COVID-19 eine Menge Innovationen beschleunigt habe:

"Jetzt, da die Welt ihre Anfälligkeit für eine Pandemie erkannt hat, wird es eine Menge an Forschung und Innovationen neuer Werkzeuge geben."

So könne man laut Gates die Diagnostik schneller ausbauen. Auch in der Therapeutik könne man viel besser machen. Das zukünftige Ziel sei eine so hohe Kapazität der entsprechenden Industrien, dass man die gesamte Welt innerhalb von 200 Tagen mit Impfstoff versorgen kann. Als Beispiel dafür, dass man über entsprechende Strukturen verfüge, führt er die mRNA-Plattform an, über die man mit der Firma BioNTech an einem HIV-Impfstoff arbeite. Man entwickle außerdem einen Malaria-Impfstoff. Es sei durch solche Kooperationen auch möglich, kostengünstige Influenza-Impfstoffe herzustellen und das weltweite Ausmaß von Influenza drastisch einzudämmen.

Im Idealfall könne man sogar einige dieser Atemwegsviren ausrotten, da sie bereits in normalen Jahren eine Belastung für die Gesundheitssysteme darstellten. Außerdem ist der Multimilliardär der Auffassung, dass einige dieser Viren zu neuen Varianten mutieren. Diese könnten dann "die nächste Pandemie auslösen". Deshalb hoffe er, dass alle Länder ihre Forschung in diesem Bereich ausbauen. Man arbeite bereits mit den USA, Großbritannien und der Europäischen Union daran, dass diese Länder ihr Forschungsbudget in diesem Bereich erhöhen.

Gates sagte auch, in der Corona-Krise hätte man, im Nachhinein betrachtet, vieles anders machen können. Dies betreffe die internationale COVAX-Initiative zur Versorgung von Entwicklungsländern mit COVID-19-Impfstoffen. In vielen Punkten seien die Impfstoff-Lieferungen ein Problem gewesen. Zudem sei die mRNA-Technik komplex, sodass es außerhalb reicher Länder oft keine Kapazitäten dafür gab. Und auch dort sei die Technik weitgehend neu gewesen.

"Für die nächste Pandemie werden wir sicherstellen, dass man gigantische mRNA-Fabriken in Indien und den restlichen Entwicklungsländern habe, um unser Hundert-Tagesziel, Impfstoffe für alle herzustellen, zu erreichen", sagte Gates.

Während des Interviews erklärte Gates zudem, dass es wichtig sei, dass Politiker und Regierungsoberhäupter sich deutlich für die Impfung aussprechen, dies mantraartig wiederholen und mit einem guten Beispiel vorangehen und sich selbst gegen Corona impfen lassen. Es sei wichtig, dass über Netzwerke nur positive Nachrichten gesandt werden und sich "negative Gerüchte" nicht über die sozialen Medien ausbreiten und die Leute verunsichern, so Gates.

Mehr zum Thema "Bill Gates verhaften" – Milliardär und seine Stiftung in Indien nicht erwünscht

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion