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FBI veröffentlicht Dokumente zu 9/11 – saudischer Geheimdienst doch tief verstrickt?

Zum Jahrestag von 9/11 gab US-Präsident Joe Biden neue Dokumente aus den FBI-Akten frei, die sehr auf eine direkte Beteiligung des saudischen Geheimdienstes hinweisen. Schlüsselfigur ist dabei Omar al-Bayoumi, der bereits in Gerichtsverfahren in Verdacht geraten war.
FBI veröffentlicht Dokumente zu 9/11 – saudischer Geheimdienst doch tief verstrickt?Quelle: AFP © STAN HONDA / POOL / AFP

Stückchenweise werden Dokumente ans Licht gebracht, die belegen, dass die USA mit Afghanistan doch das falsche Land besetzten. Neue vom FBI freigegebene Unterlagen deuten insbesondere auf Omar al-Bayoumi, damals offiziell Student in den USA und bei der saudischen Firma AVCO beschäftigt.

In den Zeugenaussagen finden sich folgende Passagen:

"(Name geschwärzt) beschreibt BAYOUMI als einen saudischen Bürger, der im saudischen Konsulat mit großem Respekt behandelt wurde und bei dem Konsulatspersonal sehr angesehen war, der einen 'sehr hohen Status' innehatte, wenn er das Gebäude betrat. (Name geschwärzt) erklärte, BAYOUMIs Status war höher als der mancher Saudis, die das Konsulat führten."

"Was BAYOUMIs Anstellung betrifft, beschreiben Zeugen bei AVCO BAYOUMI als einen 'Geisterangestellten', eine von fast fünfzig solchen Personen, die von der Firma bezahlt wurden, aber nicht zur Arbeit erschienen."

"BAYOUMIs logistische Unterstützung für HAZMI (Nawaf al-Hazmi, einer der Attentäter) und MIDHAR (Khalid al-Mihdhar, ein weiterer Attentäter) schloss Übersetzungen, Reiseunterstützung, Unterkunft und Finanzierung mit ein. Ungewöhnliche Geldtransfers zwischen BAYOUMIs Bankkonten stimmen mit Transaktionen überein, bei denen BAYOUMI HAZMI und MIDHAR Unterstützung leistete."

Sowohl die Tatsache, dass er nur pro forma für AVCO tätig war, als auch sein beschriebener hoher Status im saudischen Konsulat sind sehr starke Indizien dafür, dass er in Wirklichkeit ein hochrangiger Mitarbeiter des saudischen Geheimdienstes war.

Die Organisation der Familien der Opfer von 9/11 erklärte zu dieser Veröffentlichung, diese Dokumente würden alle Zweifel an der Komplizenschaft der Saudis beseitigen. Die Familienangehörigen hatten seit Jahren darauf gedrängt, die Ermittlungsakten zu veröffentlichen, was die drei letzten US-Regierungen verweigert hatten. Jim Kreindler, der die Klage der Familienangehörigen mitbetreibt, sagte, "mit dieser ersten Veröffentlichung enden zwanzig Jahre, in denen Saudi-Arabien damit rechnen konnte, dass die US-Regierung seine Rolle bei 9/11 deckt."

Anfang dieses Monats wies Präsident Joe Biden das Justizministerium an, Dokumente zu den Terroranschlägen bis zum 20. Jahrestag vom 11. September zu überprüfen und möglicherweise freizugeben. Eine umfassendere Anstrengung zur Freigabe ähnlicher Papiere ist im Gange.

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