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Pentagon widerspricht Biden binnen Minuten: Al-Qaida immer noch in Afghanistan

Wie turbulent die Lage im Weißen Haus sein muss, zeigt der Widerspruch in den Aussagen von Präsident und Pentagon. Joe Biden sieht al-Qaida als erledigt an, Sprecher John Kirby behauptet das Gegenteil. Experten vermuten jedoch, dass die Lage eine ganz andere ist.
Pentagon widerspricht Biden binnen Minuten: Al-Qaida immer noch in AfghanistanQuelle: Gettyimages.ru © Anna Moneymaker

Wenige Minuten nachdem Präsident Joe Biden am Freitag erklärt hatte, die Mission zur Zerschlagung von al-Qaida in Afghanistan sei ein Erfolg gewesen, und er wisse von keinen Umständen, unter denen US-Amerikaner den Flughafen von Kabul nicht hätten erreichen können, wurde ihm vom Pentagon kurz darauf rundweg widersprochen. 

Al-Qaida sei nach wie vor in Afghanistan präsent, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums John Kirby bei einem Briefing.

"Wir wissen, dass al-Qaida und auch der IS in Afghanistan präsent sind", sagte Kirby. "Und wir sprechen schon seit geraumer Zeit darüber. Wir glauben nicht, dass [diese Präsenz] exorbitant hoch ist."

Auf Nachfrage versuchte er, die Lücke zwischen Bidens Kommentaren und seinen eigenen zu schließen, indem er sagte: "Wir glauben, dass es keine Präsenz gibt, die signifikant genug ist, um eine Bedrohung für unser Heimatland darzustellen, wie es vor 20 Jahren am 11. September der Fall war."

Berichten zufolge widersprach Verteidigungsminister Lloyd Austin ebenfalls Bidens Zusicherung, dass es "keine Anzeichen" für Probleme für US-Amerikaner gebe, die zum Flughafen Kabul gelangen wollten.

Dieser Widerspruch wird weitere Zweifel daran aufkommen lassen, ob Biden die Nachrichtenlage des Weißen Hauses im Griff hat, ganz zu schweigen von den chaotischen Bemühungen, US-Bürger nach Hause zu bringen.

Biden sagte seine für Freitagabend geplante Heimreise nach Wilmington ab, während sich die Beamten bemühten, den Eindruck von Dringlichkeit zu vermitteln.

Er beantwortete sogar zum ersten Mal seit zehn Tagen Fragen zu Afghanistan, nachdem er eine Rede im Ostzimmer des Weißen Hauses gehalten hatte.

Er wurde gefragt, ob er Truppen von ihrem Stützpunkt auf dem internationalen Flughafen Hamid Karzai schicken würde, um gestrandete US-Bürger in Sicherheit zu bringen.  

"Wir haben keine Hinweise darauf, dass sie nicht über den Flughafen nach Kabul gelangen konnten", sagte er. "Wir haben bisher eine Vereinbarung mit den Taliban getroffen, sie haben ihnen die Durchreise erlaubt, es ist in ihrem Interesse, dass sie durchkommen."

Die US-Botschaft in Afghanistan warnt unterdessen vor "potenziellen Sicherheitsbedrohungen" am Flughafen Kabul und rät US-Bürgern in einer neuen Sicherheitswarnung, derzeit nicht zum Flughafen zu reisen und die Flugsteige zu meiden.

Terrorismusexperten warnen jedoch seit Langem, dass al-Qaida weiterhin enge Beziehungen zu den Taliban unterhält. Erst in dieser Woche erklärte eine Überwachungsinstanz des Pentagon, dass die Taliban der Terrorgruppe die ganze Zeit über einen sicheren Unterschlupf geboten hätten.

In einem Bericht des federführenden Generalinspekteurs der Operation Freedom's Sentinel – so der Name der US-Mission in Afghanistan – heißt es, Terrornetzwerke wie der IS hätten den Abzug des Verteidigungsministeriums optimal genutzt. 

"Darüber hinaus unterhielten die Taliban weiterhin Beziehungen zu al-Qaida und boten der Terrorgruppe in Afghanistan einen sicheren Unterschlupf", hieß es.

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