
Biden verteidigt Afghanistan-Abzug: Machtübernahme der Taliban "nicht unausweichlich"
Biden hat gegenüber Reportern im Weißen Haus argumentiert, dass die US-Truppen nicht in Afghanistan bleiben sollten, weil die Taliban so stark seien wie seit 20 Jahren nicht mehr. Da die Kräfte der von den USA unterstützten afghanischen Armee die der Islamisten aber deutlich überlegen seien, sei eine Machtübernahme durch die Taliban "nicht unausweichlich", sagte er. Während die afghanischen Truppen mittlerweile rund 300.000 Soldaten zählten, würden die Taliban Biden zufolge lediglich 75.000 Kämpfer verzeichnen.
Auf die Frage eines Journalisten, ob das US-Staatsoberhaupt der Terrorvereinigung vertraue, erwiderte Biden vehement:
"Traue ich den Taliban? Nein. Aber ich vertraue auf die Fähigkeiten des afghanischen Militärs, das besser ausgebildet, besser ausgerüstet und kompetenter in der Kriegsführung ist."
Reporter: Do you trust the Taliban? Biden: Is that a serious question? pic.twitter.com/KPjZsF7KSf
— Acyn (@Acyn) July 8, 2021

Biden wies auch die Behauptungen zurück, die US-Geheimdienste seien zu dem Schluss gekommen, dass die Regierung in Kabul zusammenbrechen würde. Das sei "nicht wahr". Die Regierung habe die Kapazität, die Kräfte und die Ausrüstung, um zu kämpfen, aber sie müsse sich zusammenraufen und zu einem einheitlichen Ziel kommen, erklärte er.
Die USA werden "nicht weggehen", fügte er hinzu und deutete damit an, dass Washington das afghanische Militär weiterhin finanzieren wird, so wie es das seit Jahren getan hat. Der US-Präsident argumentierte ferner:
"Keine Nation hat jemals Afghanistan geeint."
Er deutete an, dass das Land am Ende auf irgendeine Weise zwischen Kabul und den Taliban aufgeteilt werden könnte.
Der US-Präsident wehrte sich außerdem gegen jegliche Vergleiche mit der US-Niederlage im Vietnamkrieg. Die Taliban seien in ihren Fähigkeiten mit der nordvietnamesischen Armee "nicht im Entferntesten vergleichbar". Es werde keine Fotos wie die aus Saigon 1975 geben, wo die US-Amerikaner und verbündete Vietnamesen mit Hubschraubern vom Dach der US-Botschaft ausgeflogen wurden, sagte er den Reportern. Seine Abzugspläne verteidigte Biden vor allem mit dem Wunsch, die künftigen Generationen der US-Amerikaner vor den Schrecken des Krieges zu bewahren:
"Ich werde nicht noch eine weitere Generation der US-Amerikaner in den Krieg nach Afghanistan schicken."
Seit Beginn des Einsatzes im Oktober 2001 wurden bei den Anschlägen oder Gefechten in Afghanistan mehr als 2.000 US-Soldaten getötet, mehr als 20.000 weitere wurden verwundet.
President Biden: "I will not send another generation of Americans to war in Afghanistan with no reasonable expectation to achieve a different outcome. The United States cannot afford to remain tethered to policies created in response to a world as it was 20 years ago." pic.twitter.com/JB0bYSFf1B
— Aaron Rupar (@atrupar) July 8, 2021
Entgegen der ursprünglichen Ankündigung, laut der der Einsatz am 11. September beendet werden sollte, wurde diese Frist inzwischen sogar schon auf den 31. August verschoben. Der 11. September ist der 20. Jahrestag der Terrorangriffe des Terrornetzes Al-Qaida in den USA, in deren Folge der Einsatz begonnen hatte. Trotz der bedrohlichen Lage wollte Biden kein Scheitern der US-Mission einräumen. Er sagte, der Einsatz habe zwei Ziele gehabt: Al-Qaida-Chef Osama bin Laden "zu den Pforten der Hölle zu bringen" und dem Terrornetz die Fähigkeit zu nehmen, von Afghanistan aus die USA anzugreifen. Diese beiden Ziele seien erreicht worden, schlussfolgerte Biden.
Mehr zum Thema - Abzug der US-Truppen als Symbol des Scheiterns: Afghanistan-Krieg wird zum westlichen Trauma
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.