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Unschöne Bilder für Biden: Tausende von Flüchtlingskindern in überfüllten Aufnahmelagern von Texas

Der neue US-Präsident Joe Biden wollte es anders machen als sein Vorgänger Donald Trump und kündigte an, keine Flüchtlingskinder zurückzuschicken. Die Aufnahmelager von Texas sind über ihre Kapazitäten hinaus mit unbegleiteten Minderjährigen aus Lateinamerika gefüllt.
Unschöne Bilder für Biden: Tausende von Flüchtlingskindern in überfüllten Aufnahmelagern von TexasQuelle: Reuters © Dario Lopez-Mills/Pool via REUTERS

Wochenlang wurde Journalisten in den USA der Zugang zu den Aufnahmelagern der Migranten aus Lateinamerika verwehrt. Nun durften zwei AP-Journalisten und eine Crew von CBS das Donna-Aufnahmelager für Migranten in Texas besuchen. Sie zeichnen ein Bild von überfüllten Einrichtungen. Das Lager befindet sich an der Grenze im Tal des Rio Grande. Die Biden-Regierung hat die Zahl der Aufnahmelager aufgrund des Zustroms erweitert. Bei vielen Kindern, die hier untergebracht sind, sei das Coronavirus festgestellt worden. 

Biden und seine Regierung betonen, dass die Migranten nicht aufgrund seiner politischen Entscheidungen den Weg in die USA suchten. Besonders in Zeiten der Pandemie kämen die Menschen wegen der Flucht vor Armut, Gewalt und Naturkatastrophen in die Vereinigten Staaten. Es sei nicht anders als schon zur Amtszeit seines Vorgängers Donald Trump. Bidens Vizepräsidentin Kamala Harris ist derzeit mit dem Problem des Flüchtlingszustrom betraut. Laut dem Washington Examiner hat die Zahl der Flüchtlinge bereits die Rekordzahlen der Migranten zwischen 2018 und 2019 durchbrochen.

Der Aufenthalt in den Lagern sollte, besonders für die Minderjährigen, begrenzt werden. Da aber die Möglichkeiten der Verlegung durch die hohen Flüchtlingszahlen begrenzt sind, dauert es länger. Mindestens 39 unbegleitete Kinder harren dort seit mehr als 15 Tagen aus. 

Schon vor einer Woche gelangten Bilder an die Öffentlichkeit und gaben Einblicke über die vorherrschenden Zustände. Mehr als 4.100 Menschen, darunter Kinder und Familien, waren in einer zeltartigen Einrichtung untergebracht, die für eine Maximalauslastung von 250 Menschen errichtet wurde. Die Unterkunft ist in acht Bereiche aufgeteilt, in vielen von diesen hielten sich mehr als 500 Kinder auf. In einem der Bereiche, der für 32 Kinder gebaut wurde, sind 615 Kinder untergebracht. Die AP-Journalisten sprechen von einer "schlimmen Überfüllung". Die Kinder müssen auf Matten auf dem Boden schlafen. 

Bei der Neuankunft werden die Personen auf Läuse, Krätze, Fieber und andere Krankheiten oder Parasiten untersucht. Es folgt ein psychologischer Test und die Menschen müssen ihre Schnürsenkel aus den Schuhen entfernen. Kinder, die 14 Jahre und älter sind, haben Fingerabdrücke abzugeben und werden fotografiert. Jüngere Kinder betrifft das nicht. Alle erhalten ein Armband mit einem Barcode. Hierauf gespeichert werden Informationen zur Krankheitshistorie. 

Ein Corona-Test wird bei Kindern nur dann durchgeführt, falls sie Symptome zeigen. Die CBS-Crew bemerkte mehr als 50 Kinder, die auf einen Quarantäne-Bus warteten. Nur einige davon hätten Symptome gehabt. Viele Kinder, so die Grenzschutzbehörde der USA, würden von ihren Eltern alleine über die Grenze geschickt, damit diese Asyl beantragen können. 

Die Kosten für den Betrieb des Donna-Lagers mit der derzeitigen Auslastung werden auf rund 16 Millionen Dollar pro Monat geschätzt. Es wird angenommen, dass bis Ende September diesen Jahres mehr als eine Million Migranten die USA erreichen werden. 

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