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Gespräche über Zulassung von russischem Impfstoff Sputnik V in der EU nehmen Fahrt auf

Die Genehmigung des sicheren russischen Impfstoffs Sputnik V in der EU könnte helfen, das Impftempo anzukurbeln. Nun fand ein erstes Telefonat von Deutschland und Frankreich mit Russland statt. Kurz vorher hatte Macron noch Russland Kriegsführung mittels des Vakzins vorgeworfen.
Gespräche über Zulassung von russischem Impfstoff Sputnik V in der EU nehmen Fahrt aufQuelle: www.globallookpress.com © © Kremlin Pool

Die Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V innerhalb der Europäischen Union war umstritten. Maßgebliche Politiker sprachen sich aus unterschiedlichen Gründen gegen den Einsatz dieses Impfstoffs aus. Moskau spricht von einer politischen Voreingenommenheit, denn die Wirksamkeit war in klinischen Studien unstrittig bewiesen worden. Die medizinische Fachzeitschrift The Lancet hatte eine Zwischenanalyse der klinischen Phase-3-Studie mit Sputnik V veröffentlicht. Diese bestätigte eine 91,6-prozentige Wirksamkeit gegen symptomatische COVID-19-Infektionen.  

Am 4. März begann die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) im sogenannten rollenden Verfahren die Prüfung zur Genehmigung des Impfstoffs Sputnik V. Ungarn wollte nicht länger auf eine EMA-Genehmigung warten und war dafür bereits kritisiert worden. Die Regierung Ungarns hatte die Schwierigkeiten bei der Lieferung anderer Impfstoffe in die EU vorausgesehen und nicht nur auf die von der EMA genehmigten Vakzine gesetzt. Die Bevölkerung wird bereits auch mit dem russischen Impfstoff sowie mit chinesischen Vakzinen geimpft. Für diesen Weg hatte sich auch die Slowakei bereits entschieden. 

In einer Telefonkonferenz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel besprach der russische Präsident Wladimir Putin nun die Schritte zur Registrierung des Impfstoffes Sputnik V in der Europäischen Union.

In dem Telefonat ging es auch um die Liefermöglichkeiten der Impfdosen sowie um Möglichkeiten zur gemeinsamen Produktion. Der Kreml fasste zusammen: 

"Besondere Aufmerksamkeit wurde der Aufgabe gewidmet, die Anstrengungen im Kampf gegen eine gemeinsame Bedrohung - die Coronavirus-Pandemie - zu bündeln. In diesem Zusammenhang konzentrierten sich die Staats- und Regierungschefs auf Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung der Krankheit. Insbesondere wurden die Aussichten für die Registrierung des russischen Impfstoffs Sputnik V in der Europäischen Union sowie mögliche Lieferungen und gemeinsame Produktion dieses Medikaments in den EU-Ländern besprochen."

Merkel sagte, es sei notwendig, den russischen Coronavirus-Impfstoff Sputnik V in der EU zu verwenden, sobald dieser von der EMA genehmigt worden sei. Wenn die EU ihn nicht bestellt, werde Deutschland das auf eigene Faust tun. Österreich hatte bereits zuvor mit Moskau gesprochen. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte sich sogar selbst bereit erklärt, sich mit dem Vakzin impfen zu lassen. 

Französischer Präsident warf Russland Kriegsführung mit dem Vakzin vor 

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte Russland jüngst noch vorgeworfen, die Impfstoffe zu missbrauchen, um seinen Einfluss auf die EU auszuweiten. Macron sprach sogar von einem "Weltkrieg neuer Art", dem sich die EU entgegenstellen müsste. Der französische Außenminister Le Drian sagte, es handele sich "eher um ein Mittel der Propaganda und der aggressiven Diplomatie als um eines der Solidarität und der Gesundheitshilfe." 

In 58 Ländern kommt Sputnik V bisher bereits zum Einsatz, dazu zählen mittlerweile auch Ägypten, Algerien, Mexiko, Serbien, Tunesien, die Vereinigten Arabischen Emirate. Im April plant die EU, Experten nach Russland zu entsenden, die dort die Produktionsstätten von Sputnik V inspizieren sollen. Bis Ende Juni wird Russland 179 Millionen Dosen des Impfstoffes Sputnik V und zweier weiterer russischer Impfstoffe "EpiVacCorona" und "CoviVak" herstellen, so berichtete die Vize-Ministerpräsidentin für Bildung Gesundheit und Sozialpolitik Tatjana Golikowa. Für den Export stünden dann 118 Millionen Impfdosen bereit. Um den Bedarf im Ausland zu decken, gibt es bereits Abkommen mit zehn Ländern, um dort zu produzieren. In Kasachstan, Belarus, Indien, Südkorea und Brasilien werden russische Impfstoffe bereits heute produziert. 

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