International

Weißes Haus legt Pläne für Truppenabzug aus Deutschland auf Eis

US-Präsident Joe Biden hat die unter seinem Vorgänger Donald Trump ausgearbeiteten Pläne zum Abzug 12.000 US-amerikanischer Soldaten aus Deutschland vorerst gestoppt. Bereits am Mittwoch hatte der US-Befehlshaber für Europa diesen Plan angekündigt.
Weißes Haus legt Pläne für Truppenabzug aus Deutschland auf EisQuelle: www.globallookpress.com © Stefani Reynolds/Consolidated News Photos

Bis zum Abschluss einer gründlichen Überprüfung des Vorhabens werde es keinen Truppenabzug geben, sagte Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan am Donnerstag im Weißen Haus. Am Mittwoch hatte bereits der für die US-Streitkräfte in Europa zuständige General Tod Wolters angekündigt, dass die Pläne auf Eis gelegt würden.

Trump hatte im vergangenen Juni den Teilabzug der US-Soldaten aus Deutschland angekündigt und den Schritt unter anderem mit den aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben des Nato-Partners Deutschlands begründet. Der Entscheidung zufolge sollte ein Drittel der damals 36.000 Soldaten in Deutschland in die USA zurückkehren oder in andere europäische NATO-Länder verlegt werden. Dies hätte vor allem drei Standorte in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz betroffen. Dass bereits in Trumps Amtszeit mit der Umsetzung der Pläne begonnen wurde, verhinderte ein gegen den Willen des Präsidenten verabschiedetes Gesetzespaket zum Verteidigungshaushalt.

Im Rahmen des ursprünglich geplanten Truppenabzuges sollte der Stab des Europakommandos der Vereinigten Staaten von Stuttgart nach Belgien verlegt und die derzeit in Vilseck stationierte 2. Kavallerieregiment in die USA abgezogen werden.

Rund 6.000 Soldaten des Truppenaufgebots, das Deutschland verlassen sollte, waren für eine Rückkehr in die USA beziehungsweise einen Einsatz im Baltikum vorgesehen.

Der damalige US-Präsident Trump hatte im vergangenen Jahr den Abzug des Großteils der 34.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten angekündigt. Hintergrund waren Vorwürfe an die Bundesregierung, wonach sich der NATO-Verbündete Deutschland gegenüber den USA pflichtvergessen verhalten und an US-amerikanischen Soldaten "ein Vermögen verdient" zu haben.

Sowohl Wolters als auch Trumps damaliger Verteidigungsminister Mark Esper hatten zuvor Prognosen abgegeben, wonach ein Abzug der US-Truppen aus Deutschland und deren Stationierung in anderen Ländern Europas die Sicherheit in Europa erhöhen würde.

Eine parteiübergreifende Gruppe US-amerikanischer Abgeordneter stellte jedoch infrage, inwiefern ein solcher Schritt es den USA und der NATO erlauben würde, ihren Druck auf Russland hinsichtlich der Halbinsel Krim aufrechtzuerhalten.

Mehr zum ThemaZustimmungsrate für Joe Biden sinkt auf 61 Prozent

(dpa/rt)

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion