Deutschland

Infrastrukturmaßnahmen in Gefahr – Hoch- und Tiefbau leiden unter Preissteigerungen

Infolge des Krieges in der Ukraine kommt es in Deutschland zunehmend zu einem Mangel an Rohstoffen. Preissteigerungen und wirtschaftliche Einbrüche sind die Folge. Nun fürchtet auch die Baubranche, Aufträge zukünftig nicht mehr stemmen zu können.
Infrastrukturmaßnahmen in Gefahr – Hoch- und Tiefbau leiden unter PreissteigerungenQuelle: Gettyimages.ru © Franco Nadalin / EyeEm

Die Baubranche in Deutschland leidet und steht nach Einschätzung von Branchenverbänden im kommenden Jahr sogar vor einem Einbruch. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Sowohl fehlende Materialien als auch ein rasanter Anstieg der Kosten infolge des Ukraine-Krieges bereiten den Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten.

Die unsichere Lage auf dem Weltmarkt mache die Kosten neuer Bauvorhaben für viele ausführende Baufirmen und Handwerker unkalkulierbar, tönt es aus der Wohnungs- und Baubranche übereinstimmend. "Da wird es Einbrüche geben, und zwar ganz deutliche", erklärte Hans Maier, Direktor des Verbands der bayerischen Wohnungswirtschaft (vdw), der dpa.

"86 Prozent der Wohnungsgenossenschaften und der sozial orientierten Wohnungsgesellschaften in Norddeutschland schätzen die Aussichten für den Neubau derzeit als schlecht beziehungsweise als sehr schlecht ein", bekräftigte ein Sprecher des norddeutschen Verbands (VNW) in Hamburg und untermauerte damit die Aussagen Maiers.

"60 Prozent wollen deshalb den Start von Neubauprojekten verschieben beziehungsweise sind noch unsicher." Die beiden Verbände vertreten überwiegend soziale Vermieter wie Genossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften, die aufgrund der schlechten Lohnentwicklungen in Deutschland zunehmend wichtiger werden. 

Nach Angaben der Bau- und Wohnungsbranche bestehe zurzeit insbesondere ein Mangel an Stahl und Stahllegierungen, Aluminium und Holz. Auch Bitumen, das für den Straßenbau benötigt wird, sei knapp. Vor Baubeginn werden normalerweise Festpreise für die jeweiligen Projekte vereinbart. Sollten die Materialkosten allerdings weiterhin so schnell steigen wie derzeit, laufen die Bauunternehmen Gefahr, am Ende trotz zuvor erfolgter Vereinbarungen Verluste zu machen.

Die Angst vor roten Zahlen würde viele Firmen zurzeit davon abhalten, sich um neue Aufträge zu bewerben. "In der Konsequenz geben über 30 Prozent der Bauunternehmen keine neuen Angebote mehr ab", so der Bauindustrie-Hauptverband gegenüber der dpa. Das Problem beträfe demnach nicht nur den Hoch-, sondern auch den für Straßen-, Tunnel- und Schienenbau zuständigen Tiefbau.

Um einen vollständigen Zusammenbruch der baulichen Infrastruktur in Deutschland zu verhindern, versuchen Bund und Länder der Bauindustrie mit sogenannten Preisgleitklauseln entgegenzukommen. Bei Bauleistungen für den Bund sind diese in den Verträgen seit dem 25. März Pflicht. Der entsprechende Erlass gilt zunächst jedoch nur bis zum 30. Juni. Die Klausel zur Preisgleitung soll die sprunghaften Preissteigerungen für Bitumen, Stahl und weitere Baustoffe in Folge des Ukraine-Krieges gerechter zwischen Auftragnehmer und öffentlichem Auftraggeber aufteilen.

"Aktuell geht die Autobahn GmbH davon aus, dass die für das Jahr 2022 geplanten Bauprojekte realisiert werden können", erklärte ein Sprecher der Autobahn GmbH des Bundes der dpa. "Bei den neuen Ausschreibungen werden bereits Preisgleitklauseln angewendet, wenn dies haushaltsrechtlich zulässig ist."

Auch der erneute Lockdown in China könnte nach Einschätzung von Ökonomen weiter Unordnung in die bereits jetzt schon schwer angegriffene Baubranche bringen. Der von den neuesten Maßnahmen am schwersten betroffene Großraum Schanghai gilt als Herzkammer der chinesischen Wirtschaft. Der dortige Hafen ist der größte Containerhafen der Welt.

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