Deutschland

Jetzt zu lockern wäre "verrückt" – Gesundheitsminister Lauterbach warnt vor britischen Verhältnissen

In den deutschen Nachbarländern werden die Corona-Maßnahmen zurückgeschraubt. In Deutschland hält derweil Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Zügel in der Hand. Spielraum für Lockerungen sieht er aktuell nicht. "Deutlich vor Ostern" könne dies jedoch anders aussehen.
Jetzt zu lockern wäre "verrückt" – Gesundheitsminister Lauterbach warnt vor britischen VerhältnissenQuelle: www.globallookpress.com

Knapp zwei Jahre währt die Corona-Krise nun bereits. Es ist eine Zeit, die den SPD-Politiker Karl Lauterbach zum Polit-Promi machte. Als Mediziner und Gesundheitsökonom war er in Sachen "Corona" ein hochfrequentierter Talkshow-Experte. Nun in Amt und Würden zu sein, hat seiner medialen Omnipräsenz bis dato jedoch kaum einen Abbruch getan. Noch immer bespielt er TV- und Online-Medien wie kaum ein zweiter Politiker der älteren und jüngeren Generation.

Als Gesundheitsminister wurde es jedoch ungemütlicher für Lauterbach. Dazu trug etwa die Diskussion um die als wissenschaftlich nicht ausreichend fundiert kritisierte Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate bei. Nun auf ein "Kommunikationsproblem" eingedampft, steht dafür vor allem RKI-Chef Lothar Wieler am Pranger. Wieler könne sich des "Vertrauens der FDP" nicht mehr sicher sein, teilte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai dem Spiegel mit. Für Lauterbach war Wielers Kommunikation "nicht in Ordnung".

Zudem lässt es vor allem auch das Thema der Lockerungen der von der Bundesregierung verhängten Corona-Maßnahmen im Gebälk der Ampelkoalition knirschen. Nicht nur bei der Befristung des Genesenenstatus, sondern auch was die Maßnahmenpolitik anbelangt, pochen die Liberalen zunehmend auf einen Kurswechsel. Nicht wenige FDP-Wähler hatten sich nach der Bundestagswahl über den Kurswechsel der Liberalen beim Thema Impfpflicht frustriert gezeigt.

FDP-Fraktionschef Christian Dürr teilte der Welt nun mit:

"Die Entscheidung über den Genesenenstatus gehört ins Parlament. Dabei sollte unser Ziel eine einheitliche Regelung in Europa sein. Wenn alle europäischen Länder bei sechs Monaten bleiben, sollte Deutschland sich dem ebenfalls anschließen." 

Auf der nächsten, für den 16. Februar anberaumten Ministerpräsidentenkonferenz soll es jetzt konkret werden – so etwa, was die 2G-Regelung im Einzelhandel anbelangt. Auch Kontaktbeschränkungen für Geimpfte gehörten nun auf den Prüfstand. Am 24. Januar hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, "Öffnungsperspektiven" zu entwickeln, sobald eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden könne.

Gesundheitsminister Lauterbach wiederum rechnet Mitte Februar mit dem Höhepunkt der neuesten Corona-Welle und zeigte sich nun offen gegenüber Gesprächen über etwaige Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Zudem wartete er bei Bild TV mit einer zeitlichen Perspektive auf:

"Ich glaube, dass wir deutlich vor Ostern lockern werden."

Davon sei er "fest überzeugt". Er arbeite jedoch einfach "gerne mit wissenschaftlichen Daten", so Lauterbach. Daher dürfe man "das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erschossen ist". "Und wenn wir im Herbst dann tatsächlich eine Impfpflicht bekämen, dann glaube ich, ist der Spuk vorbei, weil wir damit die Impflücken geschlossen bekommen."

Dass auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz über Lockerungen diskutiert wird, kann sich der Minister gut vorstellen. Ob es tatsächlich zu Lockerungen kommt, "hängt davon ab, wie wir dann stehen".

Doch während etliche europäische Länder auf Lockerungskurs sind, sieht Lauterbach für selbige zum aktuellen Zeitpunkt absolut keinen Spielraum und lehnt diese strikt ab. Er halte es sogar "für verrückt", wenn bei Höchstzahlen von Infizierten und einer funktionierenden Strategie die Maßnahmen gelockert würden. Dabei verweist Lauterbach unter anderem auf Großbritannien. Das Vorgehen der britischen Regierung hält er für keineswegs nachahmenswert und mutmaßt:

"Was wäre in Deutschland, wenn wir vorgehen würden wie in England? Dann hätten wir pro Tag über den Daumen gepeilt vielleicht 300 Tote. Wir haben aber deutlich weniger, nämlich 60 bis 80."

Vor eineinhalb Wochen liefen in Großbritannien die wenigen noch verbliebenden Corona-Einschränkungen aus. So gilt die Maskenpflicht in Innenräumen nicht mehr, auch muss der Gesundheitspass nicht mehr in Clubs und bei bestimmten Großveranstaltungen vorgezeigt werden. Ob im Büro, im Stadion, im Fitnessstudio oder eben im Pub dürfen die Briten sich nun wieder frei bewegen. Auch die anderen Landesteile genießen wieder größere Freiheiten. Eine Überlastung der Intensivstationen scheint abgewendet.

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