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Beinbruch oder Corona-Patient? Das ist bei Meldungen aus den Kliniken immer öfter die Frage

Mit oder wegen Corona? Das schien zunächst nur unter sogenannten Corona-Leugnern ein Thema zu sein. Doch ob ein "Corona-Patient" wegen eines gebrochenen Beins oder aufgrund von COVID-19 im Krankenhaus liegt, wird nun immer öfter hinterfragt. Im Saarland soll Letzteres aktuell nur für jeden vierten "Corona-Patienten" gelten.
Beinbruch oder Corona-Patient? Das ist bei Meldungen aus den Kliniken immer öfter die FrageQuelle: www.globallookpress.com

Seit nunmehr knapp zwei Jahren ist "Corona-Patient" neben den Positiv-Testungen und den Infektionszahlen zum Schreckensbegriff der Corona-Krise geworden. Die täglich veröffentlichten entsprechenden Zahlen dienten auch als Basis der rigiden Maßnahmenpolitik. Es liegt auf der Hand, dass weite Teile der Bevölkerung nach wie vor davon ausgehen, dass COVID-19 bei den "Corona-Patienten" auch der Grund für ihren Klinikaufenthalt ist. Dass sich diese Patienten also wegen COVID-19 in stationärer Behandlung befänden.

Wer anderes behauptete und anmahnte zu unterscheiden, ob eine Person wegen oder mit "Corona" im Krankenhaus liege, wurde schnell mit Begriffen wie "Corona-Leugner" diffamiert. Doch längst hat sich der Wind gedreht und immer neue Erhebungen fördern nicht nur in Deutschland zutage, dass bei Weitem nicht bei allen Corona-Patienten COVID-19 auch der primäre Hospitalisierungsgrund war – und noch immer nicht ist, mag man hinzufügen. Denn nun erreichen quasi täglich neue entsprechende Informationen den interessierten Leser und lassen die Datenerhebung des Robert Koch-Instituts (RKI) nicht gut aussehen.

Wie die Bild berichtet, sei im Zuge der sich rasch ausbreitenden, aber bei tatsächlichen Krankheitsfällen generell milder verlaufenden Omikron-Variante nun "immer öfter" COVID-19 nicht der primäre Grund für den Klinikaufenthalt vermeintlicher COVID-Patienten. So könne der tatsächliche Grund ein Herzinfarkt oder ein Beinbruch sein und COVID-19 nur ein zufälliger Nebenbefund. Längst gehört eine Testung auf COVID-19 zu den Routine-Untersuchungen.

Die Zeitung verweist auf das Saarland, wo in den vergangenen zwei Wochen nur jeder vierte offiziell gemeldete Corona-Patient tatsächlich auch wegen COVID-19 in der Klinik gelegen habe. Im Dezember sei es jeder Zweite gewesen.

In Bremen wiederum sei COVID-19 bei nur 40 Prozent der vermeintlichen Corona-Patienten der Grund für die Einweisung ins Krankenhaus und bei 60 Prozent der Patienten sei "Corona" ein Nebenbefund gewesen. Vor dem Siegeszug der Omikron-Variante seien im Dezember "68 Prozent wegen Corona im Krankenhaus, 32 Prozent aus anderen Gründen". Für Rheinland-Pfalz stellt die Bild fest: "In Rheinland-Pfalz lagen in den vergangenen zwei Wochen 44 Prozent der offiziell gemeldeten Corona-Patienten wegen des Virus dort, 56 Prozent aus anderem Grund".

Was das Bundesland Baden-Württemberg anbelangt, sei bei 1.132 Corona-Patienten, also knapp 60 Prozent, SARS-CoV-2 auch der tatsächliche Einweisungsgrund gewesen – "Tendenz: fallend". Das Land selbst präsentiert darüber hinaus auch weitere Zahlen.

So seien dem Landesgesundheitsamt mit Stand Mittwoch 14 weitere Todesfälle "im Zusammenhang mit" dem Coronavirus gemeldet worden. Daraus folge, dass sich "die Zahl der Todesfälle" auf insgesamt 13.601 erhöht habe. Was die Praxis der Erfassung als "Corona-Todesfall" angeht, gab es für RKI-Chef Lothar Wieler bislang kein Vertun. Bereits Ende März 2020 teilte er bei einem Lagebericht des Instituts mit:

"Bei uns gilt jemand als Corona-Todesfall, bei dem eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde." 

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde das im Zusammenhang mit der Datenerfassung stehende Problem, der mit oder wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelten "Corona-Patienten", durch Recherchen der Welt am Sonntag Ende Dezember. Die Zeitung förderte entsprechende "Missverständnisse" zwischen den Kliniken und dem Robert Koch-Institut (RKI) zutage. Im Ergebnis habe die in diesem Punkt bestehende Verwirrung "zu einer Überschätzung der Hospitalisierungsinzidenz" geführt. Letztere sollte die altbekannte Sieben-Tage-Inzidenz als Gradmesser der deutschen Maßnahmenpolitik eigentlich ablösen.

Vor wenigen Tagen hatte der renommierte Virologe und Epidemiologe Klaus Stöhr erklärt: "Wenn ich normale Pandemiebekämpfung mache, dann möchte ich, dass die Intensivstationen, Krankenhäuser und Friedhöfe leer sind. Das heißt, die Hospitalisierungsrate und die Intensivstationenbelegung ist der Parameter für mich, zu entscheiden, welche Maßnahmen ich vielleicht anziehe und welche ich locker lasse."

Da stellen sich zunehmend drängende Fragen nach der Sinnhaftigkeit entsprechender Datenerfassung. Bislang unterscheidet das RKI nicht danach, ob jemand wegen Corona eingeliefert oder erst nach der Aufnahme positiv getestet wurde, der Patient also aus anderen Gründen in die Klinik kam. 

Mehr zum Thema - "Von Anfang an wenig zielführend" – Top-Virologe Stöhr fordert Lockerungen bei 2G-Regeln

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