Deutschland

Homburg: Zwei Amtsärztinnen kündigen, Gesundheitsamt nicht mehr arbeitsfähig

Die Gesundheitsämter müssen seit Beginn der Corona-Krise weitaus mehr Aufgaben schultern als in den Jahrzehnten davor. Inzwischen zeigen sich die Folgen dieser Überlastung. Die Kündigungen in Homburg könnten ein erstes Anzeichen sein.
Homburg: Zwei Amtsärztinnen kündigen, Gesundheitsamt nicht mehr arbeitsfähigQuelle: www.globallookpress.com © Werner Otto/face to face

In Homburg im Saarland ist das Gesundheitsamt nicht mehr arbeitsfähig. Aus ungenannten Gründen haben die Leiterin und ihre Stellvertreterin gleichzeitig gekündigt; die Behörde muss aber nach gesetzlichen Vorgaben von einem Amtsarzt geleitet werden.

Ein Grund könnte die ansteigende Arbeitsbelastung sein. Bereits im Sommer 2020 hatte die Leiterin des Gesundheitsamtes um zusätzliche Kräfte gebeten, falls die Zahlen positiv Getesteter wieder steigen.

Kontaktverfolgungen sind bereits seit Ende November nicht mehr möglich; es werden nur noch Fälle aus Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten verfolgt. Auch Quarantäneanordnungen, die immerhin die Grundlage für entsprechende Entschädigungen sind, ergehen seit Mitte Dezember nur noch an Kinder und Jugendliche, die nach 2004 geboren wurden, sowie an Erwachsene über 70. Abhängig Beschäftigten, die dieses Dokument benötigen, bleibt es vorenthalten. Welche Auswirkungen das auf den in der Folge möglichen Genesenenstatus hat, ist unklar.

Um die Funktion noch irgendwie sicher stellen zu können, muss nun das Gesundheitsamt Neunkirchen die Kontrolle übernehmen. Die Stellen sollen so schnell wie möglich wieder ausgeschrieben werden. Allerdings ist die Besetzung solcher Positionen schon seit Jahren schwierig; Amtsärzte verdienen vergleichsweise schlecht, und die augenblickliche Belastung macht die Tätigkeit nicht attraktiver. Auch von dem teils beträchtlichen Zuverdienst, den die Impfungen liefern, profitieren die Amtsärzte nicht.

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