Deutschland

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer schließt Lockdown für alle nicht aus

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer warnt eindringlich vor einer dramatischen Entwicklung der Corona-Lage in Deutschland. Selbst einen erneuten Lockdown wollte der CDU-Politiker mit Verweis auf Überforderung der Krankenhäuser in einer ZDF-Talkrunde nicht ausschließen.
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer schließt Lockdown für alle nicht ausQuelle: www.globallookpress.com © Sebastian Kahnert / dpa-Zentralbild

Die Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) warnt vor einer Überlastung der Intensivstationen durch COVID-19-Patienten. Die Zahl der neu registrierten Corona-Fälle in Deutschland steigt stetig an. Obwohl noch vor wenigen Wochen ein neuer Lockdown für alle vehement ausgeschlossen wurde, sorgt nun die Aussage des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer für Aufhorchen. 

Im Bundesland Sachsen gilt ja bereits seit Montag die sogenannte 2G-Regel. Zutritt zu öffentlichen Veranstaltungen oder Innengastronomie haben lediglich Geimpfte oder vom Coronavirus Genesene. Doch reicht das?

In der ZDF-Talkrunde Maybrit Illner zum Thema "Pandemie ohne Politik – Erst sorglos, jetzt planlos?" wiederholte Sachsens Ministerpräsident mehrmals, wie ernst die Corona-Lage nicht nur im Freistaat, sondern im ganzen Land sei. Die 2G-Regel werde im Kampf gegen die aktuelle Corona-Welle nicht reichen, so Kretschmer. Er forderte: 

"Wir müssen weitere Instrumente dazusetzen."

So forderte er, die Corona-Tests für alle wieder kostenlos zu machen. Zudem sollen die Arbeitgeber den Impfstatus von Beschäftigten abfragen dürfen und auch Tests anweisen können.

Für Kritik seinerseits sorgte vor allem, dass nun geplant ist, dass die epidemischen Lage von nationaler Tragweite zum 25. November auslaufen soll. Der CDU-Politiker hält dies angesichts der Wucht der sogenannten vierten Welle und der schnellen Verbreitung der derzeitigen Variante des Coronavirus für einen Fehler. Die Krankenhäuser sind laut Kretschmer jetzt schon an der Belastungsgrenze.

"Deswegen ist es absolut fahrlässig, jetzt Maßnahmen aus dem Instrumentenkasten herauszunehmen."

Im Laufe der Sendung betonte er unter anderem, dass er Kontaktreduzierungen für "medizinisch notwendig" halte. Die 2G-Regel soll laut Kretschmer "zum Standard für ganz Deutschland" werden. Damit unterstützte er die zuvor vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder geforderte Einführung der Regelung bundesweit. Als weitere Instrumente nannte Kretschmer auch das Testen in den Betrieben. Und auch ein komplettes Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens hält er wohl für denkbar. So sagte er: 

"Einen Lockdown kann man nicht ausschließen. Was machen Sie, wenn die Krankenhäuser nicht mehr können? Dann muss es dieses Instrument geben, um noch Schlimmeres zu verhindern."

Wir könnten doch nicht "sehenden Auges in Bilder und Situationen wie in Bergamo" kommen, warnte Kretschmer. Der sächsische Ministerpräsident spielte damit auf die Tragödie in der norditalienischen Stadt an, in der zu Beginn der COVID-19-Pandemie im März 2020 so viele Menschen gestorben waren, dass die Beerdigungsunternehmen mit der Arbeit nicht mehr nachgekommen waren und Militärlastwagen die Toten hatten abtransportieren müssen. Die Bilder waren damals um die Welt gegangen. 

Der sächsische Ministerpräsident ist jedoch nicht der Einzige, der in den vergangenen Tagen einen erneuten Lockdown ins Spiel brachte. Mehrere Forscher hatten in einem gemeinsamen Positionspapier gefordert, notfalls einen kurzen, aber intensiven Lockdown zu verhängen. Dies soll demnach für den Fall einer akuten Überlastung des Gesundheitssystems geschehen. In Österreich wurde bereits in mehreren Bundesländern ein Lockdown verhängt – der betrifft jedoch nur Ungeimpfte. Ab Montag könnte er auf die ganze Alpenrepublik ausgeweitet werden. Eine Entscheidung diesbezüglich soll am Sonntag gefällt werden.

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