Deutschland

Strom in Deutschland durchschnittlich 174 Prozent teurer als im Rest der Welt

Die Strompreise in Deutschland sind über 2,7-mal höher als im internationalen Durchschnitt. Preise in solchen Höhen gibt es sonst nur in Entwicklungsländern. Während die Deutschen 31,80 Cent pro Kilowattstunde zahlen, sind es 11,62 Cent im internationalen Durchschnitt.
Strom in Deutschland durchschnittlich 174 Prozent teurer als im Rest der WeltQuelle: www.globallookpress.com © imago stock&people

Eine Kilowattstunde (kWh) Strom reicht aus für das Zubereiten eines Mittagessens für vier Personen auf einem Elektroherd, das Waschen von einer Maschine Wäsche, das Bügeln von 15 Hemden oder 20 Stunden fernsehen. Eine internationale Studie macht deutlich, dass die Strompreise für die deutschen Haushalte so hoch sind wie nie zuvor. 

Das Vergleichsportal Verivox hat die Strompreise von 133 Ländern verglichen und kam dabei zu einem überraschenden Ergebnis: 

"Die Preisdaten zeigen: Strom ist in Deutschland durchschnittlich 174 Prozent teurer als im Rest der Welt. 31,80 Cent pro Kilowattstunde müssen Verbraucher hierzulande aufbringen – im internationalen Durchschnitt sind es 11,62 Cent."

In den USA müssen die Verbraucher nur die Hälfte zahlen. Nach Deutschland kommt Dänemark, wo eine Kilowattstunde 29,38 Cent kostet. Es folgen Belgien, die Kaimaninseln, Kap Verde, Irland und das Vereinigte Königreich. Unter einem Cent liegen die Kosten für eine Kilowattstunde in Venezuela, dem Sudan, Libyen, Iran, Äthiopien und Kirgisistan.

Berücksichtigt man allerdings auch die Kaufkraft in Deutschland, so kommt die Bundesrepublik auf den 15. Platz der weltweiten Strompreise. Unter den G20-Staaten aber bleibt sie auf dem ersten Platz. 

Verivox ist ein deutsches Unternehmen, das der ProSiebenSat.1-Media-Gruppe angehört. Das Portal gehört zu den größten Anbietern im Bereich der Tarifvergleiche. 

Der Strompreis in den deutschen Haushalten setzt sich aus den staatlich festgelegten Steuern, Abgaben und Umlagen sowie den gesetzlich festgelegten Netzentgelten zusammen. Hinzu kommen Kosten für den Einkauf des Stroms und den Vertrieb.

Der Stromeinkauf macht rund 24 Prozent der Kosten aus, Netzentgelte und Zähler 25 Prozent. Der größte Teil aber sind die Steuern: Abgaben und Umlagen mit 51 Prozent. Hierunter fallen 22,4 Prozent Umsatz- und Stromsteuer, 5,2 Prozent Konzessionsabgabe, 20,4 Prozent Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, 0,8 Prozent Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, 1,4 Prozent Umlage nach § 19 der Strom-Netzentgeltverordnung, 1,2 Prozent Offshore-Netzumlage sowie 0,03 Prozent Umlage für abschaltbare Lasten.

Die wichtigsten Energiequellen für die Erzeugung von Strom der Bundesrepublik sind Kernbrennstoffe, Braunkohle, Steinkohle, Erdgas, erneuerbare Energien (Wind- und Wasserkraft) und geringfügig Mineralöl. Vier Prozent des Stroms kommen derzeit aus dem Ausland. Die vier größten Unternehmen sind RWE, E.ON, EnbW und Vattenfall; sie machen 85 Prozent der Kraftwerkskapazitäten aus. 

Rund 1.300 kWh/Jahr beträgt der durchschnittliche Pro-Kopf-Stromverbrauch. Ein Vierpersonenhaushalt kommt auf rund 4.000 kWh/Jahr. Den meisten Strom verbrauchen Haushaltsgeräte, die dauerhaft in Betrieb sind (z. B. Kühlschränke). Wenn das Warmwasser durch Strom erhitzt werden muss, steigen die Kosten. So liegt die Stromrechnung bei rund 1.270 Euro pro Jahr ohne Warmwasser. Kommt Warmwasser mit Strom hinzu, liegen die Kosten bei 1.590 Euro. Damit sind die Kosten seit dem Jahr 2014 um mehr als 50 Prozent gestiegen. 

Eine Entlastung für den Endverbraucher in Deutschland ist nicht in Sicht. Seit einigen Jahren steigt der Strompreis drastisch an. Ein Drittel des Nettoeinkommens müssen Haushalte heute für Miete und Energie entrichten. In Großstädten ist es sogar die Hälfte des Nettoeinkommens. Im Oktober stiegen die Verbraucherpreise um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit verteuerten sie sich um ganze 18,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für November sind weitere Preissteigerungen zu erwarten. Damit die Energiewende vollzogen werden kann, braucht es neue Leitungen. Die Kosten hierfür bekommt der Endverbraucher zu spüren. 

Mehr zum Thema - Fünf Prozent schon im November möglich – Erneuter Anstieg der Teuerungsrate

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