Deutschland

Medienberichte: Merkel kündigt "starke Einschränkungen für Ungeimpfte" an

Laut Medienberichten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im CDU-Bundesvorstand angekündigt, dass es "starke Einschränkungen für Ungeimpfte geben wird", über das 2G-Modell hinaus. Sie zeigt sich laut Medien-Informationen äußerst besorgt, wegen des exponentiellen Wachstums der Infektionen. So seien unter anderem tägliche Tests am Arbeitsplatz für Ungeimpfte nicht ausgeschlossen.
Medienberichte: Merkel kündigt "starke Einschränkungen für Ungeimpfte" anQuelle: Reuters © Alkis Konstantinidis

In zahlreichen Bereichen des öffentlichen Lebens in Deutschland gilt bereits die sogenannte 2G-Regel. Zutritt haben lediglich gegen das Coronavirus Geimpfte oder von COVID-19 Genesene. Wie es nun sowohl RTL als auch ntv übereinstimmend berichten, könnten demnächst noch schärfere Regeln als 2G diskutiert werden.

Demnach habe Bundeskanzlerin Angela Merkel im CDU-Vorstand klar "starke Einschränkungen für Ungeimpfte" angekündigt. Das beherrschende Thema bei dem Treffen soll die Corona-Lage gewesen sein. Neben der Bundeskanzlerin soll sich auch der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Pandemie-Situation geäußert haben.

Laut einem Bericht von ntv hätten sowohl Merkel als auch Spahn tägliche Tests am Arbeitsplatz für Ungeimpfte nicht ausgeschlossen. Die Einschränkungen könnten demnach über das 2G-Modell hinausgehen.

Deutschlandweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des RKI aktuell bei 153,7. Rund 67 Prozent der Bevölkerung, also 55,5 Millionen Menschen, gelten hierzulande als vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Spahn hatte in den vergangenen Tagen zu Auffrischungsimpfungen auf möglichst breiter Front gedrängt, zum Schutz vor dem SARS-CoV-2-Virus im anstehenden Winter. Darüber sollten die Länder nun alle Über-60-Jährigen informieren, heißt es in einem Beschlussentwurf des Bundes für die Konferenz der Gesundheitsminister der Bundesländer Ende der Woche. Ergänzend könnten Auffrischungsimpfungen auch "grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen."

Die Ständige Impfkommission empfiehlt den "Booster" vorerst nur für alle Über-70-Jährigen sowie Risikogruppen. Lediglich jene Unter-70-Jährigen, bei denen die Impfung länger zurückliegt, sollten sich demnach nachimpfen lassen.

Laut dem Beschlussentwurf des Bundes für die Gesundheitsministerkonferenz sollen Pflegeeinrichtungen zudem zu Testkonzepten für den Herbst und Winter verpflichtet werden. Diese sollten "unabhängig vom Impfstatus mindestens zweimal wöchentlich obligatorische Tests für das Personal vorsehen", zitiert die Nachrichtenagentur dpa aus dem Entwurf.

Bereits am Sonntag hatte sich Kanzlerin Merkel für einen Corona-Gipfel mit den Bundesländern ausgesprochen. Am Rande des G20-Gipfels in Rom sagte die CDU-Politikerin bei einem gemeinsamen Auftritt mit SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz:

"Uns alle eint, dass wir eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern wollen."

Es könne sein, dass man sich unabhängig von der Regierungsbildung noch einmal mit der Frage beschäftigen müsse, sagte Merkel, die derzeit nur noch geschäftsführend im Amt ist. Der Anstieg der Zahlen sei "schon sehr besorgniserregend".

Nachtrag: Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) wurde aus Kreisen um Angela Merkel dementiert, dass sie die Aussage getätigt hätte: "Es wird starke Einschränkungen für Ungeimpfte geben." Die Medienberichte fußten ursprünglich auf Berichten der Fernsehsender RTL und ntv.

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