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BSI untersucht Sicherheitslücken in Smartphones aus China

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat Ermittlungen gegen chinesische Smartphone-Hersteller eingeleitet. Zuvor hatte die Cyberabwehr Litauens in einem Bericht vor Sicherheitslücken und mutmaßlichen Zensurfunktionen bei entsprechenden Geräten gewarnt.
BSI untersucht Sicherheitslücken in Smartphones aus ChinaQuelle: www.globallookpress.com © Sebastian Kahnert/dpa

Wie ein Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) der dpa erklärte, hatte das BSI nach Warnungen der litauischen Cyberabwehr vor Sicherheitslücken und mutmaßlichen eingebauten Zensurfunktionen eigene Ermittlungen eingeleitet. Am Mittwoch hatte das BSI den Bericht der litauischen Cyberabwehr erhalten, in dem konkret die Smartphone-Modelle Huawei P40 5G, Xiaomi Mi 10T 5G sowie OnePlus 8T 5G analysiert wurden. Die Vorwürfe richteten sich in erster Linie gegen Xiaomi.

Das staatliche Zentrum für Cybersicherheit in Vilnius kritisierte, dass das Gerät des chinesischen Herstellers Xiaomi technisch in der Lage sei, bestimmte Inhalte auf den eingebauten Webbrowsern zu blockieren. Der "Zensurfilter" sei nicht aktiv gewesen, hätte aber aus der Ferne aktiviert werden können. Ein Sprecher von Xiaomi erklärte unterdessen, die Geräte des Unternehmens zensieren keine Kommunikation mit oder von den Nutzern:

"Xiaomi hat und wird niemals persönliche Aktivitäten seiner Smartphone-Nutzer einschränken oder unterbinden wie beispielsweise das Suchen, Anrufen, Surfen im Internet oder die Verwendung von Drittanbieter-Kommunikationssoftware."

Der BSI-Sprecher erklärte unterdessen, dass weder Xiaomi noch andere chinesische Smartphone-Hersteller auf der Liste der Smartphone-Marken stehen, die von Bundesbehörden offiziell bestellt werden dürfen. Man könne jedoch nicht vollends ausschließen, dass es durch die dienstliche Nutzung privater Smartphones trotzdem Geräte von Xiaomi in den Behörden im Einsatz sind.

Rüdiger Trost, Sicherheitsexperte von F-Secure, sagte der dpa, dass man die Vorwürfe ernst nehmen müsse. Er behauptete, es sei mehr als wahrscheinlich, dass es Möglichkeiten für chinesische Stellen gibt, direkt auf Smartphones aus nationaler Produktion zuzugreifen. Trost zweifelt auch nicht daran, dass China "gewillt ist, mit technischen Mitteln Zensur auszuüben". Wenn man einen solchen tiefgehenden Zugriff habe, könne man nicht nur die Kommunikation auslesen, bevor sie verschlüsselt wird:

"Man könnte sogar Daten hochladen und auf solche Weise etwa einen Dissidenten diskreditieren."

Thorsten Urbansky, ein Sprecher des Sicherheitsunternehmens Eset, warnte unterdessen davor, sämtliche Smartphones aus China unter Generalverdacht zu stellen. Manipulierte Geräte seien seit vielen Jahren ein Sicherheitsproblem:

"Bereits vor mehr als fünf Jahren gab es erste Fälle von Geräten, die auf dem Weg nach Europa mit manipulierter Firmware und vorinstallierter Spyware-Apps in den Handel kamen."

Durch die Manipulation hätten in der Vergangenheit umfassend Daten gestohlen und der Besitzer überwacht werden können. In vielen Fällen sei die Manipulation jedoch nicht vom Hersteller ausgegangen.

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 (rt/dpa)

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