Nordamerika

Trump zum Hackerangriff auf die USA: Es müssen nicht immer die Russen sein

Nach Bekanntwerden eines umfangreichen Hackerangriffs auf US-Regierungseinrichtungen machten die Medien sofort Russland verantwortlich. Auch US-Außenminister Pompeo weist Moskau die Schuld zu. Doch Donald Trump widerspricht nun seinem Minister.
Trump zum Hackerangriff auf die USA: Es müssen nicht immer die Russen seinQuelle: www.globallookpress.com © imago stock&people

US-Außenminister Mike Pompeo macht Russland für die groß angelegte Cyberattacke auf US-Regierungseinrichtungen verantwortlich, die vergangene Woche bekannt wurde. Es lasse sich nun "ziemlich klar" sagen, dass die Russen hinter dem Angriff steckten, sagte Pompeo am Freitagabend in einem Radiointerview. Er könne sich nicht im Detail zu der Attacke äußern, da diese noch untersucht werde. Manches werde vermutlich ohnehin als geheim eingestuft bleiben.

Donald Trump teilt jedoch nicht die Einschätzung seines Ministers. Am Samstag schrieb der US-Präsident auf Twitter, es werde immer gleich Russland verdächtigt, wenn etwas passiere. Dabei könne möglicherweise auch China dahinterstecken, doch diese Option werde von den "Fake-News-Medien" aus "überwiegend finanziellen Gründen" nicht diskutiert.

Zudem würden diese das Ausmaß und die Gefahr der Cyberattacke weit größer darstellen, als es tatsächlich sei. "Ich wurde umfassend informiert, und es ist alles voll unter Kontrolle", so Trump. Er erneuerte bei dieser Gelegenheit auch den Vorwurf, wonach die Präsidentschaftswahl am 3. November manipuliert worden sei – was Twitter dazu veranlasste, seinen Tweet mit einem entsprechenden Warnhinweis zu versehen.

Das US-Heimatschutzministerium hatte am Montag bestätigt, dass es Attacken auf mehrere Bundesbehörden gegeben habe. Einzelheiten teilte das Ministerium nicht mit. Nach US-Medienberichten sollen das Finanz- und das Handelsministerium sowie weitere Behörden angegriffen worden sein. Am Freitag erklärte zudem das Energieministerium, es sei betroffen.

Die Hacker haben sich nach bisherigen Erkenntnissen über eine Software der Firma SolarWinds Zugang zu den Systemen von Regierungseinrichtungen und Unternehmen verschafft. Microsoft teilte mit, dass 40 seiner Kunden betroffen seien, die die angegriffene Software genutzt hätten.

Die US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit (Cisa) hatte den Hackerangriff als "ernste Gefahr" für die Bundesregierung, für Regierungen von Bundesstaaten und Kommunen, für die kritische Infrastruktur und für Organisationen des Privatsektors eingestuft. Sie teilte am Donnerstag in einer Warnmitteilung mit, das Entfernen des Angreifers aus betroffenen Systemen werde sich voraussichtlich "hochkomplex" gestalten. Der Cyberangriff dauere mindestens seit März an. Der oder die Täter hätten "Geduld, operative Sicherheit und komplexe Handwerkskunst" bewiesen. 

Russland wies den zunächst von US-Medien erhobenen Vorwurf zurück, in Verbindung mit dem Hackerangriff zu stehen. Die russische Botschaft erklärte dazu am Montag:

"Wir haben einen weiteren unbegründeten Versuch der US-Medien zur Kenntnis genommen, Russland für Hackerangriffe auf US-Regierungsstellen verantwortlich zu machen. Wir erklären verantwortungsbewusst: Böswillige Aktivitäten im Informationsraum widersprechen den Grundsätzen der russischen Außenpolitik, den nationalen Interessen sowie unserem Verständnis der zwischenstaatlichen Beziehungen. Russland führt keine offensiven Operationen im Cyberbereich durch."

Russland forderte bereits seit langem ein bilaterales Cybersicherheitsabkommen. In diesem Zusammenhang erinnerte man die US-amerikanische Seite an die Initiative, die Präsident Wladimir Putin am 25. September für ein umfassendes Maßnahmenprogramm zur Wiederherstellung der russisch-amerikanischen Zusammenarbeit im Bereich der internationalen Informationssicherheit vorgelegt hatte. Sie hätten bislang keine Antwort aus Washington erhalten, heißt es aus Moskau.

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(rt/dpa)

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