Deutschland

Jens Spahn ist sich sicher: Corona-Impfstoff für unter 12-Jährige kommt Anfang 2022

Erste Hersteller wollen eine Zulassung ihres Coronavirus-Vakzins für Kinder. Im ersten Quartal des kommenden Jahres wird es nach Ansicht des Bundesgesundheitsministers auch Impfungen für unter 12-Jährige in Deutschland geben. Eine allgemeine Empfehlung der Impfkommission aber wird länger dauern.
Jens Spahn ist sich sicher: Corona-Impfstoff für unter 12-Jährige kommt Anfang 2022Quelle: www.globallookpress.com © Bernd von Jutrczenka

Bislang ist noch kein Impfstoff für die Altersgruppe unter 12 Jahren zugelassen worden. BioNTech zum Beispiel hatte vor wenigen Tagen angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines bedingt zugelassenen Corona-Impfstoffs für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zu beantragen.

Studienergebnisse lägen demnach bereits vor und müssten nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte mitgeteilt, sie könne noch keinen Zeitrahmen für eine mögliche Zulassung nennen. Die Produktion wird vom Unternehmen bereits vorbereitet. Unklar bleibt, wie hoch die Dosierung für die Kinder sein sollte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet erst Anfang kommenden Jahres die Zulassung für einen Corona-Impfstoff für die Jüngsten.

Am Montag sagte er der Funke Mediengruppe

"Ich gehe davon aus, dass die Zulassung für einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren im ersten Quartal 2022 kommt. Dann könnten wir auch die Jüngeren noch besser schützen."

Empfehlung der Ständigen Impfkommission wird dauern 

Derzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Coronavirus-Impfung für 12- bis 17-Jährige. Nach Zögern hatte die Kommission zunächst die Impfung für diese Altersgruppe nur bei "bestimmten Indikatoren" wie Vorerkrankungen, die einen schweren COVID-19-Verlauf erwarten lassen, "vulnerable Gruppen ohne ausreichenden Schutz" und nach einer "individuellen Aufklärung zum Nutzen-Risiko-Abwägung" empfohlen.

Nach politischem Druck entschied sich die Stiko schließlich doch für eine Empfehlung und begründete diese Entscheidung damit, dass nun neue Überwachungsdaten aus den USA vorlägen, wo fast zehn Millionen Kinder und Jugendliche geimpft worden seien. Die Impfnebenwirkung einer Herzmuskelentzündung bei mehrheitlich jungen männlichen Geimpften trete auch bei COVID-19-Erkrankungen auf. 

Spahn wies darauf hin, dass zwischen der Zulassung und einer Impfempfehlung durch die Stiko dann noch einmal Zeit vergehen könne:

"Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission wird auch in diesem Fall zeitlich etwas später kommen."

Der Vorsitzende des Bremer Berufsverbands der Kinderärzte Stefan Trapp hofft auf eine Zulassung für schwerkranke Kinder: 

"Wenn die (Hersteller) eine europäische Zulassung bekommen, dann habe ich auch das Vertrauen, dass es ein sicherer Impfstoff ist."

Gleichzeitig warnte er davor, den Ausnahmezustand in Schulen und Kindergärten weiterzuführen: 

"Die Möglichkeit, dass wir irgendwann die Kinder auch bald impfen können, darf nicht als Argument benutzt werden, diesen Ausnahmezustand in Schulen und Kindergärten jetzt vorsichtshalber erstmal weiter fortzuschreiben. Und die geringe Infektionsgefahr, die da ist, die ist leicht zu bannen, indem sich die Erwachsenen alle impfen lassen."

Ein Streitpunkt bleibt, welche Art von Quarantäne-Regeln in Schulen und Kindergärten greifen sollen, wenn ein Kind positiv auf das Virus getestet wurde. Hier fehlt es weiterhin an einheitlichen Regeln in Deutschland. 

Spahn mahnte zugleich Einheitlichkeit bei den Corona-Regeln für Veranstaltungen an. "Ideal wäre, wenn sich alle Länder auf das 2G-Modell als Option einigen." Die Veranstalter könnten dann bundesweit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, um im Gegenzug von anderen Schutzauflagen befreit zu werden.

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(rt de/dpa) 

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