Deutschland

Hin und Her beim Berliner Senat: Zuerst mit 2G Kinder ausschließen, dann Rückzieher

Am Dienstag hat der Berliner Senat beschlossen, das sogenannte 2G-Optionsmodell einzuführen. Betreiber von Restaurants oder Theatern können nur Geimpften oder Genesenen Zutritt zu ihren Häusern gewähren. Auch Kinder durften ausgeschlossen werden. Nach Kritik kam der Rückzieher.
Hin und Her beim Berliner Senat: Zuerst mit 2G Kinder ausschließen, dann RückzieherQuelle: www.globallookpress.com © Dwi Anoraganingrum via www.imago-images.de

Für ungeimpfte Kinder galt keine Ausnahme. Laut dem neu beschlossenen 2G-Optionsmodell des Berliner Senats hätten die Kleinsten im Falle einer Anwendung der Regel in einer Gaststätte oder einem Veranstaltungsort in der Hauptstadt – neben den ungeimpften Erwachsenen – draußen bleiben müssen.

Scharfe Kritik kam unter anderem vom Deutschen Kinderhilfswerk. Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann nannte den Beschluss in Berlin "kinderfeindlich und familienfeindlich". Für Kinder unter zwölf Jahren hat die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen das Coronavirus nicht allgemein empfohlen. Gegenüber der Zeitung Welt kündigte Hofmann an: 

"Wir werden überprüfen, inwieweit hier ein verfassungsrechtlicher Widerspruch besteht."

Hier würden "auf dem Rücken der Kinder die Freizeitinteressen der Erwachsenen befördert", sagte Hofmann weiter. Die Gastronomen beispielsweise würden lieber ihr Restaurant mit Geimpften "vollmachen als weiter mit halber Kapazität zu operieren und dafür auch Familien zu empfangen". 

Auch Koalitionspartner meldeten sich zu Wort und forderten die Gesundheitsverwaltung mit SPD-Politikerin Dilek Kalayci an der Spitze zur Korrektur des Beschlusses auf. Nun berichtet der Tagesspiegel, dass der Berliner Senat diesbezüglich offenbar einen Rückzieher macht. 

Laut Bericht sollen Kinder bis sechs Jahre freien Zutritt auch zu Orten haben, wo 2G gilt. Jene ab sieben bis zwölf Jahren brauchen demnach keinen Corona-Test, wenn sie regelmäßig in der Schule getestet werden. 

Die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen), die unter anderem gestern ausdrücklich für das 2G-Modell geworben hatte, schrieb heute auf dem Kurznachrichtendienst Twitter:

"Gestern ist auch mir ein Fehler unterlaufen. Ich habe versäumt, auf Ausnahmen für Kinder unter 12 Jahren bei der 2G-Regel zu drängen. Noch ist sie nicht in Kraft. Wir werden diese Entscheidung korrigieren, um Kinder nicht von der Teilhabe auszuschließen."

Gar SPD-Landeschefin Franziska Giffey forderte eine Ausnahme von der Zugangsbeschränkung für Kinder bis 12 Jahren. "Die gestrige Entscheidung des Berliner Senats zum Optionsmodell 2G muss korrigiert werden", schrieb die Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl am Mittwoch auf Twitter.

Nach einem Beschluss des von SPD, Grünen und Linken getragenen Senats vom Dienstag können in etlichen Bereichen Betreiber selbst entscheiden, ob sie den Zutritt zu Innenräumen wie bisher Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) oder unter Wegfall etwa der Maskenpflicht und mit mehr Teilnehmern nur noch Geimpften und Getesteten (2G) erlauben. 

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