Deutschland

Plagiatsjäger Weber: Baerbock hat in ihrem Buch mehr als 100-mal abgeschrieben

Nach einer Untersuchung ihrer Bücher zählt Stefan Weben bei Baerbock mehr als 100 Plagiate auf, bei Laschet 17 und bei Scholz zumindest drei. Weber betont, Baerbock sei die "Frau Guttenberg des politischen Sachbuchs". Abgekupfert werde "im politischen Diskurs offenbar genauso dreist wie in der Wissenschaft".
Plagiatsjäger Weber: Baerbock hat in ihrem Buch mehr als 100-mal abgeschriebenQuelle: www.globallookpress.com © Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de

Plagiatsjäger Stefan Weber hat nach eigenen Angaben Bücher der Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz genauer untersucht und vor allem bei der Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock deutlich mehr problematische Übereinstimmungen mit Fremdtexten gefunden als bisher bekannt.

Die Untersuchung von Baerbocks Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" habe er bei 100 Plagiatsfragmenten beendet und erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, teilte Weber laut der Bild mit. Insgesamt hat er abgeschriebene Passagen von 41 Autoren, 30 Webseiten und vier Sachbüchern bei Baerbock gefunden.

Auch beim Buch von NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Laschet führt Weber weitere auffällige Stellen auf. Vorwürfe erhebt er zudem gegen SPD-Kanzlerkandidat Scholz. Bei Laschets Buch "Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance" spricht Weber von insgesamt 17 kritischen Fragmenten, beim Buch "Hoffnungsland. Eine neue deutsche Wirklichkeit" von Scholz von drei verifizierten Plagiatsfragmenten. Die Prüfung des Buches von Scholz sei aber noch nicht abgeschlossen.

Der Plagiatsjäger Weber betont:

"Abgekupfert wird im politischen Diskurs offenbar genau so dreist wie in der Wissenschaft, aber bei niemandem konnte man es bislang so werkprägend dokumentieren wie bei Annalena Baerbock. Sie ist Frau Guttenberg des politischen Sachbuchs."

Weber stellt jedoch klar, auch von Laschet und Scholz "würde man sich erwarten, dass sie immer dann, wenn sie nicht in direkter Rede zitieren, eigene Worte verwenden".

Baerbock hatte in den vergangenen Monaten bereits mehrfach eingeräumt, bei ihrem Buch Fehler gemacht zu haben. Ihr Verlag hatte angekündigt, das Buch mit zusätzlichen Quellenangaben zu versehen.

Laschet hatte Ende Juli erklärt, in seinem Buch aus dem Jahr 2009 gebe es offenkundig Fehler, die er verantworte. Zumindest ein Urheber des im Buch verwendeten Materials werde "weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt". Dafür bat er ausdrücklich um Entschuldigung. Um zu klären, ob es weitere Fehler gebe, habe er die Prüfung des Buchs veranlasst.

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(rt/dpa)

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