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Impfung von Kindern "entsetzlich" – Til Schweiger sorgt in neuer Corona-Doku für Aufregung

Der Trailer zu einem österreichischen Dokumentarfilm sorgt aktuell für Aufruhr. In der Produktion wird vor allem das Thema von Corona-Impfungen bei Kindern und Jugendlichen diskutiert. Etliche bekannte Persönlichkeiten kommen dabei zu Wort. Auch der Schauspieler Til Schweiger äußert sich kritisch und erntet nun Empörung.
Impfung von Kindern "entsetzlich" – Til Schweiger sorgt in neuer Corona-Doku für Aufregung© Screenshot von "Eine andere Freiheit" / Schutzfilm / 2021

Ein neuer und mit Spendengeldern finanzierter Dokumentarfilm aus Österreich will auf die möglichen Risiken von Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche aufmerksam machen. Auf YouTube ist seit dem Wochenende ein viel diskutierter Trailer für "Eine andere Freiheit" zu sehen, in dem auch der Schauspieler Til Schweiger zu Wort kommt.

In dem sechsminütigen Clip zum Film von Patricia Marchart und Georg Sabransky heißt es von Schweiger:

"Für Kinder ist dieser Virus absolut harmlos, und die Gefahr von so einer Impfung, die man nicht erforscht hat, ist ungleich höher als der Virus selber, deswegen halte ich das persönlich für entsetzlich. Entsetzlich finde ich das."

Zudem, ist er überzeugt, sei das Grundgesetz "mehr oder weniger außer Kraft gesetzt worden". "Und damit werden ja jetzt die Leute praktisch erpresst oder verführt."

Was die Impfung von Kindern anbelangt, sind die Einschätzungen von Kinderärzten keineswegs einheitlich. Der Doku-Film sei wichtig, weil er zum differenzierten Denken beitrage, erklärte etwa der österreichische Kinderarzt Reinhold Kerbl, der ebenfalls in dem Trailer zu Wort kommt. Er würde einem 16-Jährigen zwar zu einer Impfung raten, aber eher aus praktischen und sozialen Gründen.

"Ich würde aber deswegen Ja sagen, weil ich diesem 16-Jährigen ein möglichst normales Leben wünschen würde. Das er normal in die Schule gehen kann."

Des Weiteren kommt auch etwa die deutsche Politikwissenschaftlerin und Publizistin Prof. Dr. Ulrike Guerot zu Wort.

Nach monatelangem politischem Druck und der Auswertung aktueller Daten hatte die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (RKI) im August ihre Position geändert und eine allgemeine Empfehlung für die Impfung von Zwölf- bis 17-Jährigen gegen SARS-CoV-2 ausgesprochen. Das RKI fasste zusammen:

"Nach sorgfältiger Bewertung dieser neuen wissenschaftlichen Beobachtungen und Daten kommt die STIKO zu der Einschätzung, dass nach gegenwärtigem Wissenstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen."

Diese Empfehlung, heißt es weiter, ziele "in erster Linie auf den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen vor COVID-19 und den damit assoziierten psychosozialen Folgeerscheinungen ab".

Das Risiko, dass mit SARS-CoV-2 infizierte Kinder in ein Krankenhaus müssen, gilt nach Angaben des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig nach wie vor als gering. Bei den Null- bis Vierjährigen liege es bei zwei bis vier Prozent, erklärte Berit Lange, Leiterin der Klinischen Epidemiologie, am Montag beim SMC-Briefing. Bei den Älteren bis 15 Jahre liege es bei 0,5 Prozent und steige dann wieder etwas.

Die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche sehr schwere Verläufe bekommen, intensivpflichtig werden und sterben, gilt in Deutschland als noch weitaus geringer. Bisher sind seit Beginn der Pandemie nach den Daten der Robert Koch-Instituts 23 Todesfälle bei Unter-20-Jährigen bekannt, von denen die große Mehrzahl Vorerkrankungen hatte. Insgesamt sind bisher mehr als 92.000 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 in Deutschland registriert.

Für die Verfechter "der Wissenschaft" in Sachen Corona hat sich Schweiger mit seiner Einschätzung erneut zu weit aus dem Fenster gelehnt. Der bekannte deutsche Schauspieler und Filmproduzent gilt nun endgültig als fester Bestandteil der "Querdenker- und Schwurbler-Szene". Vor allem auch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter hat es der 57-Jährige nun mit einer Welle der Empörung zu tun.

Viele User stellen sich jedoch aktuell auch hinter den vierfachen Vater, Regisseur und Drehbuchautor.

Neben Schweiger sind weitere sogenannte Corona-Skeptiker an der Dokumentation "Eine andere Freiheit" beteiligt, darunter etwa die österreichische Schauspielerin Nina Proll. "Ich habe als Mutter die Verantwortung dafür, mein Kind vor Aktionismus der Politik – um eine Scheinsicherheit zu gewährleisten – zu schützen. Ich bin nicht bereit, mein Kind für dieses Experiment zur Verfügung zu stellen."

Zudem kommen in der Dokumentation Nina Adlon, Felix Adlon, Miriam Stein, Christine Sommer und Eva Herzig zu Wort. Mit dabei ist auch der Filmregisseur, Drehbuchautor und Musiker Dietrich Brüggemann. An der von ihm ins Leben gerufenen satirischen Protestaktion #allesdichtmachen beteiligten sich deutsche Filmgrößen wie Richy Müller, Ulrich Tukur, Ulrike Folkerts, Meret Becker und Jan Josef Liefers.

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