Deutschland

Dieter Hallervorden empfindet das Gendern als Vergewaltigung der Sprache

In den letzten Jahren wurde darauf geachtet, Sprache so politisch korrekt wie möglich umzugestalten. Das Gendern versucht, allen Geschlechtern gerecht zu werden, und formt dafür oft komisch klingende Neologismen. Dabei wird der natürlichen Entwicklung entgegengewirkt – so sieht das Dieter Hallervorden.
Dieter Hallervorden empfindet das Gendern als Vergewaltigung der SpracheQuelle: www.globallookpress.com © Sascha Steinach via www.imago-im

Der bekannte Schauspieler und Betreiber des Schlosspark Theaters Dieter Hallervorden hat bei der Vorstellung des Spielplans 2021/2022 seine tiefe Abscheu gegen das Gendern kundgetan. Am Dienstag äußerte er sich dahingehend, dass es allen Mitarbeitern zwar freistehe, wie sie die Thematik persönlich handhaben, doch vonseiten des Theaters sei keine Beteiligung zu erwarten, solange er gewisse Verantwortung besitze. Dies formulierte er ein wenig drastischer, als es in der gewöhnlichen Diskussion normalerweise passiert.

"Allen Mitarbeitern steht es natürlich frei, das zu handhaben, wie sie möchten. Aber alles, was vonseiten des Theaters herausgegeben wird, wird nicht dazu dienen, die deutsche Sprache zu vergewaltigen."

Er sei sich bewusst, dass sich Sprache im Laufe der Zeit verändere, doch geschehe dies in der Regel auf natürliche Art und Weise. Bisher habe es nur zweimal Versuche von oben gegeben, in diesen Verlauf einzugreifen, die auf lange Sicht scheiterten. Auch seien die damaligen Verursacher nur bedingt als positive Einflussnehmer einzustufen.

"Natürlich entwickelt sich Sprache, aber sie entwickelt sich nicht von oben herab auf Befehl. Es hat in der letzten Zeit nämlich zwei Versuche gegeben. Einmal von den Nazis und einmal von den Kommunisten. Beides hat sich auf Druck durchgesetzt, aber nur temporär – und zwar auf Zwang."

Schon häufiger hat sich Hallervorden kritisch zu dem Thema geäußert. Er stößt sich nach eigenen Worten vor allem an den gegenderten Formen in den Medien. Dort wurde aufgrund der in Deutschland schon seit Jahren betriebenen Diskussion über die korrekte Herangehensweise an alle Geschlechter umfassende Begrifflichkeiten häufig an den im regulären Sprachgebrauch verwendeten Formen geschraubt, was zu Wortneuschöpfungen und leicht amüsant klingenden Konstruktionen führte. Ziel ist es dabei, ausschließlich männliche Formen in der Sprache durch weiter gefasste Begriffe zu ersetzen, damit sich Frauen – aber auch Personen ohne eindeutiges Geschlecht – stärker einbezogen fühlen.

Dass Hallervorden mit seiner Einstellung nicht allein dasteht und auch Frauen die künstliche Anpassung als gewissen Affront verstehen, kann durch die Äußerungen der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart untermauert werden. In der ORF-Fernsehsendung erLesen äußerte sie sich erst kürzlich gegen das Gendern und nannte unter anderem einen guten Grund:

"Wir sind doch wohl intelligent genug, das spontan zu entscheiden."

Geschlechter würden auf eine Art getrennt, die man eigentlich schon überwunden geglaubt hätte. Eine Forsa-Umfrage gab im Juni Auskunft darüber, dass ein Großteil der Gesellschaft dem aufgebauschten Thema wenig Wichtigkeit zuschreibt. Von 2.000 Befragten nannten es 82 Prozent weniger bis gar nicht wichtig.

Mehr zum Thema - Forsa-Umfrage: Mehrheit der Bürger ist gegen Gendersprache

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