Deutschland

Schweinepest: Sachsen fordert intensivere Jagd auf Wildschweine – auch in Polen

Im Landkreis Görlitz waren 410 von 1.800 getöteten oder verendeten Wildschweinen mit dem Virus der Afrikanischen Schweinepest infiziert. Deshalb wird jetzt die Intensivierung der Jagd in den östlichen Gebieten von Sachsen und Brandenburg gefordert, aber auch in Polen, wo bereits 4.000 Hausschweine getötet werden mussten.
Schweinepest: Sachsen fordert intensivere Jagd auf Wildschweine – auch in PolenQuelle: www.globallookpress.com © xcitepress via www.imago-images.de

Der Landkreis Görlitz im Freistaat Sachsen ist von der Afrikanischen Schweinepest besonders stark betroffen. Die Seuche wurde bei 410 von 1.800 Wildschweinen festgestellt, die in den vergangenen Monaten geschossen oder verendet aufgefunden wurden. Doppelte Zäune, Treibjagden und Abschussprämien konnten die Ausbreitung der Seuche bisher nicht verhindern. Wildschweine müssten nach Ansicht von Landrat Bernd Lange stärker bejagt werden – auch im benachbarten Polen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) unterstützt diese Forderung, wie der MDR berichtet. Er halte die Bekämpfung der Tierseuche für eine europäische Aufgabe. "Wir haben einen großen Eintrag aus östlicher Richtung. Immer wieder neue Schweine, die die Schweinepest mitbringen", sagte Kretschmer.

Kretschmer hat am Mittwoch im ostsächsischen Rothenburg einen Sammelplatz für gejagte Wildschweine besucht. Die örtlichen Jäger und Kommunalpolitiker äußerten sich überzeugt davon, dass ein großer Teil der infizierten Schweine aus Polen kommt. Die Ausbreitung der Schweinepest aus Richtung Osten ist für Sachsen, Brandenburg und Vorpommern seit längerer Zeit nachgewiesen.

Der Ministerpräsident sagte bei dem Treffen mit den Jägern:

"Wir werden mit der polnischen Seite noch mal stärker reden müssen. Dort muss man stärker in die Bejagung der Wildschweine kommen. Ansonsten werden wir das Problem nicht lösen. Die ökonomischen Schäden sind enorm. Die Sorgen auch in anderen Bundesländern sind sehr groß. Deswegen wollen wir versuchen, hier unseren Beitrag zu leisten."

Sachsen hat im Juli die Sperrzonen erweitert. Die Landkreise Görlitz und Bautzen wurden vollständig zu Sperrzonen erklärt. Die sächsische Staatsministerin für Gesundheit Petra Köpping (SPD) erklärte:

"Weil wir an Afrikanischer Schweinepest erkrankte Tiere in unmittelbarer Nähe der bisherigen Gebietsgrenze gefunden haben, waren wir zur Erweiterung der Zonen gezwungen. Wir wissen, dass die Gebiete jetzt sehr umfangreich sind. Dennoch werden wir jetzt unverzüglich mit der Umzäunung des gefährdeten Gebietes beginnen. Die Staatsregierung wird sich kurzfristig mit dem Thema befassen, damit wir mehr finanzielle und personelle Kapazitäten für die Bekämpfung der Tierseuche zur Verfügung haben."

Wie agrarheute.com berichtet breitet sich die Schweinepest im Westen von Polen rasant aus. In einem Betrieb bei  Łódź ist sie ausgebrochen; daraufhin mussten dort 4.000 Hausschweine getötet werden. Im Juni 2021 wurde die Seuche im Vorkarpatenland festgestellt. 

Zwar ist die Seuche für Menschen ungefährlich. Theoretisch können wir das Fleisch infizierter Schweine verzehren. Doch Landrat Bernd Lange fordert, im Grenzgebiet keinen Mais mehr anzubauen. Wildschweine, die in den Feldern verenden, könnten in die Futtermittelproduktion aus Mais "eingehen".

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