Wirtschaft

Deutscher Bauernverband: Größte Krise für die Schweinehaltung seit Jahrzehnten

Als Gründe nannte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, unter anderem Ausfälle bei Schlachtungen wegen der Corona-Pandemie sowie die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Die Preise für Schweinefleisch befänden sich im freien Fall.
Deutscher Bauernverband: Größte Krise für die Schweinehaltung seit JahrzehntenQuelle: www.globallookpress.com © Martin Wagner

Nach Ansicht des Bauernpräsidenten Joachim Rukwied steckt die Schweinehaltung in Deutschland in der größten Krise seit Jahrzehnten. Als Gründe nannte der 59-Jährige unter anderem Ausfälle bei Schlachtungen wegen der Corona-Pandemie und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Die Preise für Schweinefleisch seien praktisch "im freien Fall". "Das ist dramatisch, das ist beschämend", sagte Rukwied am Freitag beim Deutschen Bauerntag in Erfurt.

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes hätte eigentlich bereits Ende Juni in Lübeck stattfinden sollen, fiel aber wegen der Corona-Pandemie damals aus. Das Programm für den Ersatztermin in Erfurt wurde reduziert, dennoch kamen noch mehr als 400 Delegierte zum Bauerntag.

Rukwied forderte mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP), auch über Sicherheitsmaßnahmen für die Freiland- und Auslaufhaltung von Schweinen zu sprechen. Man müsse darüber diskutieren, "ob nicht mindestens temporär – ähnlich wie beim Thema, wenn die Geflügelpest ausbricht, Freilandhaltungen in Gebäude gehören", sagte Rukwied. Es gebe Betriebe, bei denen die Sicherungsmaßnahmen nicht dem entsprechen, was notwendig wäre. "Der Gau am Ende wäre, wenn wir in einem Hausschweinebestand die ASP hätten. Ich mag mir das gar nicht ausdenken", sagte Rukwied.

Im Deutschen Bauernverband sind nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent der insgesamt knapp 300.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland freiwillig als Mitglieder registriert.

Mehr zum Thema - Studie: Massentierhaltung birgt Gesundheitsrisiken – Schweinehalter wollen mehr schlachten

(dpa/rt)

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