Deutschland

Institut: Sorgen um Überlastung der Kliniken bei einer "vierten Corona-Welle" nicht begründet

Dem bundesdeutschen Gesundheitssystem droht keine Überlastung durch eine vierte Corona-Welle. Das meldet das renommierte Berliner Institut IGES. Es verweist auf den niedrigen Stand der gemeldeten positiven Testergebnisse bei Älteren.
Institut: Sorgen um Überlastung der Kliniken bei einer "vierten Corona-Welle" nicht begründetQuelle: www.globallookpress.com © © Michael Weber

Die Angst vor einer "vierten Corona-Welle" hält angesichts des bevorstehenden Herbstes an und wird auch weiter geschürt. Doch die Sorgen um einen möglichen erneuten Anstieg der Sterbefälle oder ein überlastetes Gesundheitssystem "sind wenig begründet". Das schreibt das renommierte, unabhängige Institut für Infrastruktur- und Gesundheitsfragen IGES in Berlin in der aktuellen Ausgabe seines "Pandemie-Monitors".

Begründet wird das damit, dass die gemeldeten Infektionsfälle von Menschen im Alter über 80 Jahren "seit Beginn des Jahres weitgehend verschwunden" seien. Laut IGES ist das "Ausdruck der Wirkung des bundesweiten Impfprogrammes, das insbesondere den Schutz der Alten zum Ziel hatte, die besonders anfällig für einen tödlichen Ausgang sind". Die gefährdeten Altersgruppen seien vom Anstieg der Inzidenz (gemeldete positive Testergebnisse je 100.000 Einwohner in sieben Tagen) nicht betroffen.

Der gemeldete leichte Anstieg der positiv Getesteten in der Gesamtbevölkerung betreffe die Älteren "praktisch" nicht, so die Gesundheitsexperten aus Berlin. Ihre Schlussfolgerung:

"Sorgen um einen neuerlichen Anstieg der Todesfälle oder um die Überlastung des Gesundheitssystems sind aus dieser Perspektive nicht begründet."

Politik versus Fakten

Mit der Gefahr eines überlasteten Gesundheitssystems werden seit Beginn der ausgerufenen Pandemie am 11. März 2020 die Anti-Corona-Maßnahmen begründet. Doch diese hat anscheinend zu keinem Zeitpunkt bestanden, wie zahlreiche Experten und Analysen bisher feststellten. Selbst die Mitglieder des gemeinsamen Wissenschaftlichen Beirates des Bundesgesundheitsministerium (BMG) kamen in einer Analyse des ersten Pandemiejahres 2020 zu dem Schluss, "dass die Pandemie zu keinem Zeitpunkt die stationäre Versorgung an ihre Grenzen gebracht hat".

Eine aktuelle Analyse der "Initiative Qualitätsmedizin" (IQM) bestätigt diese Einschätzung für die aktuelle Lage. Dafür wurden die Daten von 307 Kliniken ausgewertet, darunter 13 Universitätskliniken. Laut IQM meldeten sie deutlich weniger Patienten insgesamt im ersten Halbjahr 2021 als jeweils im gleichen Zeitraum der beiden Jahre zuvor. Hinzu kommt, dass im Jahr 2020 20 Krankenhäuser trotz der Pandemie geschlossen wurden und zahlreiche Klinken Kurzarbeit für ihr Personal anmeldeten.

Laut IGES ist die Häufigkeit positiver Testergebnisse bei Älteren in weiten Teilen des Bundesgebietes auf niedrigem Stand. Das Institut hatte bereits im Juli dieses Jahres festgestellt, dass "zu viele Corona-Todesfälle gemeldet" werden. "16 von 31 Todesfällen sind vor 10 Wochen oder länger zurückliegend" positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet worden. Das sei das Ergebnis einer Analyse der täglich vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten "Fallzahlen über neue Infektionsfälle und neue Todesfälle, wie sie im 'COVID-19-Dashboard' zu sehen sind".

Doch all die Fakten halten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht davon ab, die Anti-Corona-Maßnahmen verlängern zu wollen. Zudem will die Bundesregierung, dass der Bundestag im September die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" wieder verlängert. Das wird mit einer drohenden "vierten Welle" im Herbst begründet, die dann angeblich zu mehr Sterbefällen und einem überlasteten Gesundheitssystem führen könnte.

Mehr zum Thema – Corona-Ausschuss: "Operations other than war – andere Operationen als Krieg" – Teil 1

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