Deutschland

SIKO ändert Empfehlung: Ab August sollen Kinder ab zwölf Jahren in Sachsen geimpft werden

Die Sächsische Impfkommission schafft neue Tatsachen: Unabhängig von der Ständigen Impfkommission des RKI empfiehlt sie, ab August auch Jugendliche ohne Vorerkrankungen ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. Neue Studienergebnisse aus den USA hätten die Änderung bewirkt.
SIKO ändert Empfehlung: Ab August sollen Kinder ab zwölf Jahren in Sachsen geimpft werdenQuelle: www.globallookpress.com © Jan Woitas

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) ändert ihre Empfehlung für die Corona-Impfung für Kinder ab zwölf Jahren. Das teilte Hans-Christian Gottschalk, langjähriger Leiter der Görlitzer Kinderklinik und Mitglied der SIKO, am Donnerstag mit, wie die Sächsische Zeitung berichtet.

Der Freistaat ist das einzige Bundesland, das überhaupt eine eigene Impfkommission eingerichtet hat. Ab 1. August soll die neue Empfehlung in Kraft treten, und zwar als uneingeschränkte Standardimpfung. Gottschalk erklärt:

"Die Art der Empfehlung ist vergleichbar mit der für die Impfung anderer Infektionskrankheiten."

Die Ständige Kommission des RKI (STIKO) empfiehlt bisher lediglich, auch gegen jeglichen politischen Druck, dass Kinder zwischen zwölf und 15 Jahren mit einer Vorerkrankung gegen Corona geimpft werden sollten. Die SIKO plädierte bislang ebenfalls dafür. Für die uneingeschränkte Standardimpfung hatten beide Kommissionen sich bisher nicht erwärmen können. Nun prescht die SIKO im Alleingang vor.

Bislang waren durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA lediglich die BioNTech-Impfung für Jugendliche ab zwölf Jahren seit Ende Mai zugelassen worden, die Moderna-Impfung jedoch erst seit wenigen Tagen.

Zur Begründung der neuen sächsischen Empfehlung sind die Ergebnisse der "Post-Marketing-Studien" zur Impfung Jugendlicher aus den USA, Israel und Kanada ins Feld geführt worden. Gottschalk sagt:

"Sie belegen deutlich eine positive individuelle und antipandemische Nutzen-Risiko-Einschätzung für Zwölf- bis 15-Jährige."

Die Gefahr von Nebenwirkungen durch die Impfung sieht er als geringer an als den Verlauf einer schweren COVID-19-Infektion. "Das Risiko für eine Myokarditis ist eher geringer als bisher eingeschätzt", so Gottschalk. "Die Betroffenen hatten offenbar keinen aggressiven Verlauf." Todesfälle wurden bislang nicht bekannt, die Jugendlichen sollen sich alle wieder erholt haben.

"Auf diese Studienergebnisse wollten wir noch warten, bevor wir unsere Empfehlung anpassen, um Gewissheit zu haben, dass auch keine weiteren Komplikationen auftauchen." Die US-Behörden empfehlen die Impfung Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren schon länger.

Die ständige Impfkommission des RKI bleibt bei ihrer bisherigen Empfehlung lediglich Jugendliche mit Vorerkrankungen impfen zu lassen.

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