Deutschland

Rückkehr der Studenten in den Hörsaal: NRW-Hochschulrektoren fordern hohe Impfquote

Wie geht es an Universitäten im kommenden Wintersemester weiter? Die Präsenzlehre wurde wegen der Pandemie weitgehend ausgesetzt. Damit die Lehrveranstaltungen wieder flächendeckend im Hörsaal angeboten werden können, fordern NRW-Hochschulrektoren eine hohe Impfquote.
Rückkehr der Studenten in den Hörsaal: NRW-Hochschulrektoren fordern hohe ImpfquoteQuelle: www.globallookpress.com © Christoph Hardt / imago stock&people

Seit über einem Jahr heißt es für viele Studierende in Deutschland: Schreibtisch zu Hause statt Hörsaal und Uni-Campus. Wegen der COVID-19-Pandemie wurde die Präsenzlehre weitgehend ausgesetzt – zugunsten digitalen Distanzunterrichts. Doch wie geht es im Wintersemester 2021 weiter? Gibt es nun wegen der zuletzt stetig sinkenden Corona-Fallzahlen und der immer größer werdenden Zahl der Geimpften eine Rückkehr in den Hörsaal für alle? Offenbar hängt dies von der Impfquote unter den Hochschülern ab.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte erst vor wenigen Tagen die Studenten aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Sie wünsche sich so viel Normalität wie möglich für das Wintersemester, sagte die CDU-Politikerin der Welt am Sonntag. Sie wisse, wie unbefriedigend das isolierte Lernen sei. Die Ministerin ergänzte: 

"Um so viel Präsenz wie möglich zu gestatten, appelliere ich auch an die Studierenden – lassen Sie sich impfen!"

Um die Zahl der immunisierten Studenten zu erhöhen, haben bereits mehrere Universitäten eigene Impfzentren oder mobile Teams vor den Hochschulen organisiert. Wie viele Nachwuchsakademiker schon gegen SARS-CoV-2 immunisiert sind, ist nicht bekannt.

In Nordrhein-Westfalen (NRW) fordern nun die Rektoren, dass die Universitäten erst bei einer hohen Impfquote wieder vollständig öffnen. Die Hochschulen in NRW zählen rund 750.000 Studenten, etwa ein Viertel aller Nachwuchsakademiker in Deutschland. Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Lambert T. Koch, sagte der Rheinischen Post

"Es muss zu Semesterbeginn eine Durchimpfung nicht nur der Mitarbeitenden, sondern auch der Studierendenschaft von mindestens 80 Prozent erreicht sein und die Delta-Variante darf nicht erneut zu einer hohen Infektionsrate in der Bevölkerung geführt haben."

Nur wenn beides gegeben sei, könnten die Abstandsregeln fallen. Wegen des knappen Raumangebotes könne es ansonsten nur in begrenztem Umfang Präsenzangebote geben.

Bereist vor wenigen Wochen forderte Koch, "dass alle Mitarbeitenden und Studierenden bis Anfang, spätestens Mitte August flächendeckend ein verbindliches Impfangebot erhalten haben müssen". Bei niedriger Impfquote müssten die Universitäten weiterhin die Abstandsregeln bei der Nutzung der Hörsäle auferlegen. Laut Koch würde dies bei derzeit geltendem Pflichtabstand von 1,50 Metern und wegen knapper Raumressourcen bedeuten, dass nur rund 20 Prozent der Studierenden Anfang Oktober zurück in die Hochschulen kommen könnten. Derzeit wird offenbar angenommen, dass noch bis zu 60 Prozent dieser Gruppe gar nicht geimpft sind.

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