Deutschland

Schüsse auf Gegner des Autobahnausbaus in Sachsen-Anhalt

Am Freitagabend fielen am Bahnhof Seehausen in der sachsen-anhaltinischen Altmark Schüsse. Ein Mann und ein Junge wurden getroffen, jedoch nicht schwer verletzt. Sie gehören zu den Gegnern des Autobahnausbaus in der Region.
Schüsse auf Gegner des Autobahnausbaus in Sachsen-AnhaltQuelle: www.globallookpress.com © Jens Büttner/dpa

Ein Unbekannter in Verkleidung des Ku-Klux-Klan hat am vergangenen Freitag mit einer Softair-Schusswaffe zwei Personen leicht verletzt. Der Vorfall ereignete sich am Bahnhof Seehausen in der Altmark in Sachsen-Anhalt, wie die Bild-Zeitung berichtete.

Getroffen wurden ein Mann und ein Junge, die nebeneinander saßen. Bei dem Mann handelt es sich um Wolodja Nepomuk Zoltán Schäfer, der im Vorstand der Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen-Anhalt tätig ist. Die beiden wurden zwar getroffen oder gestreift, rannten dann aber dem flüchtenden Täter hinterher. Eine weitere Person – offenbar ein Komplize des Schützen – filmte die Tat und stellte das Video ins Internet. Schäfer gegenüber der Bild:

"Wir sitzen dort und unterhalten uns. Plötzlich knallt es und die anderen beginnen zu rennen. Schreie ertönen, Schüsse zerschneiden die Luft. Etwas erwischt mich am Ellbogen. Wir rennen, rennen um unser Leben."

Der Schütze sprang in ein Auto und flüchtete. Schäfer konnte beobachten, dass es ein dunkelblauer Passat war, an dessen Lenkrad noch eine andere Person saß.

Bei den beiden Verletzten handelt es sich mutmaßlich um Gegner des Autobahnausbaus in der Region. Protestler hatten im nahegelegenen Stadtforst zwischen Seehausen und Losse ein Camp eingerichtet. Am Bahnhof Seehausen, an dem die Aktivisten regelmäßig verkehren, hielten sich zur Tatzeit gegen 21.50 Uhr mindestens fünf Menschen auf. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet. Sie bittet Zeugen, sich zu melden.

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