Deutschland

Trotz sündenfreiem Whopper: 2 Millionen Tiere werden hierzulande täglich geschlachtet

Der Fast-Food-Konzern Burger King wagt sich gemeinsam mit Vegetarian Butcher in die Welt der fleischlosen Optionen und bietet seinen Kunden nun pflanzliche Nuggets und Whopper an. Statt 100 Prozent Billigfleisch enthalten diese 100 Prozent pflanzliche Sojaproteine.

Nun ist es auch bei Burger King soweit: Endlich kann man sich ganz ohne Scham und Schmach in das Fast-Food-Restaurant setzten und mit gutem Gewissen einen Burger essen. Anstatt von Fußgängern mit erniedrigenden Blicken gemustert zu werden, kann man sich nun auch hier erleichtert zurücklehnen und sich als Pionier feiern lassen. Denn man ist ein Mensch, der seinen Körper als Tempel und Tiere als gleichberechtigte Lebewesen behandelt. Möglich ist dieses Gefühl der Erleichterung, der Freiheit und des Friedens seit Montag in einer Burger-King-Filiale in Köln.

"Wir haben die Überlegung gehabt, wie können wir das Thema fleischlose Alternativen besser bekannt machen. Und haben uns dann letztendlich entschieden, jetzt im Juni mit den Lockerungen hier in Köln aktiv zu werden", erklärt Klaus Schmaing, Marketingleiter von Burger King Deutschland.

Der Fast-Food-Konzern Burger King wagt sich gemeinsam mit Vegetarian Butcher in die Welt der fleischlosen Optionen und bietet seinen Kunden nun pflanzliche Nuggets und Whopper an. Statt 100 Prozent Billigfleisch enthalten diese 100 Prozent pflanzliche Sojaproteine, Haferfasern und Kräuter.

Schon fast ein Muss für jeden Burger-Anbieter. Laut einer Studie der Organisation ProVeg verzichten bereits rund acht Millionen Deutsche ganz auf Fleisch. Davon ernähren sich 3,6 Millionen vegetarisch und 1,3 Millionen rein pflanzlich. Die Fleischersatzindustrie erfreut sich somit an einem Jahresumsatz von mehr als 270 Millionen Euro.

Eine Freude für die mehr als zwei Millionen Tiere, die in Deutschland täglich geschlachtet werden, ist das aber nicht. Denn der Großteil der Deutschen liebt weiterhin ihr Fleisch und die deutsche Fleischindustrie verzeichnete im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von fast 40 Milliarden Euro.

"Ob wir dauerhaft das Sortiment in Deutschland umstellen werden, das würde ich jetzt erst einmal verneinen. Dass es eine Filiale gibt, die nur fleischlose Alternativen anbietet wie hier in Köln, mag in der Zukunft sein, aber hier geht es wirklich nur darum, Alternativen zu bieten", sagt Schmaing.

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