Deutschland

Bundestagswahlen: Dr. Wolfgang Wodarg kandidiert in Mecklenburg-Vorpommern für Partei "Die Basis"

Der Arzt und frühere SPD-Politiker Dr. Wolfgang Wodarg will zurück in den Bundestag. Er hatte zuletzt scharfe Kritik an der Corona-Politik der Bundesregierung geübt. Die Basisdemokratische Partei Deutschlands wählte ihn nun zu ihrem Spitzenkandidaten in Mecklenburg-Vorpommern.
Bundestagswahlen: Dr. Wolfgang Wodarg kandidiert in Mecklenburg-Vorpommern für Partei "Die Basis"Quelle: Reuters © Vincent Kessler

Der frühere SPD-Politiker Dr. Wolfgang Wodarg tritt bei den Bundestagswahlen im September als Spitzenkandidat für die Basisdemokratische Partei Deutschlands in Mecklenburg-Vorpommern an, wie der Nordkurier berichtet. Wodarg hatte bereits zu Beginn der Corona-Krise den Umgang der Bundesregierung mit der Situation zum Teil scharf kritisiert. Dies tat der Mediziner zunächst noch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, war jedoch – nachdem er dort nicht mehr eingeladen wurde – auf alternative Nachrichtenportale ausgewichen.

Wodarg gehörte dem Deutschen Bundestag bereits von 1994 bis 2009 an und war dort unter anderem Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion in der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin". Parallel zu der Abgeordnetentätigkeit gehörte der damalige SPD-Politiker auch der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an. Dort war er von 2002 bis 2010 stellvertretender Vorsitzender der sozialistischen Fraktion, ab 2006 Sprecher der deutschen Sozialdemokraten und zudem stellvertretender Leiter der deutschen Delegation.

In der breiteren Öffentlichkeit war der in Vorjahren als Gesprächspartner in Politik und Medien geschätzte Wodarg zuletzt mit scharfer Kritik an der Corona-Politik aufgefallen. So sei der Großteil der Corona-Maßnahmen unnötig. Auch der Notwendigkeit von Breitentestungen erteilte der Mediziner eine klare Absage, und das Verimpfen von mRNA-Vakzinen sei potenziell gefährlich. Insbesondere kritisierte er auch die Berichterstattung der Mainstreammedien zu Corona als einseitig. Der frühere Bundestagsabgeordnete beteiligte sich aktiv an der Arbeit der Stiftung Corona-Ausschuss.

Die aus der Protestbewegung gegen die Corona-Maßnahmen hervorgegangene Basisdemokratische Partei Deutschlands, die nach eigenen Angaben bundesweit mehr als 15.000 Mitglieder zählt, wählte ihn nun zu ihrem Spitzenkandidaten im nordöstlichsten Bundesland. In einer Erklärung im Anschluss an den Wahlparteitag in Güstrow hieß es:

"Damit hat die Partei einen Spitzenkandidaten in M-V mit einer großen Fachkompetenz im Bereich Gesundheit und viel politischer Erfahrung."

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