Deutschland

Umfrage: Zwei Drittel der älteren Bevölkerung für Ausgangssperren – Ablehnung bei Jüngeren

Laut einer Umfrage sprechen sich 47 Prozent der Deutschen für einen härten Lockdown aus, vor zwei Wochen waren es noch 30 Prozent. Je älter die Befragten, desto größer die Zustimmung für nächtliche Ausgangssperren: 66 Prozent der Befragten älter als 55 sind dafür.
Umfrage: Zwei Drittel der älteren Bevölkerung für Ausgangssperren – Ablehnung bei JüngerenQuelle: Gettyimages.ru © Lucy Lambriex / DigitalVision

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur steigt in Deutschland die Zustimmung für einen härteren Lockdown. Demnach stimmten 47 Prozent der Befragten für Verschärfungen des bestehenden Lockdowns. Nur 30 Prozent votierten für eine Lockerung oder die Abschaffung der Einschränkungen. 17 Prozent meinten, die Einschränkungen sollten so bleiben, wie sie sind. Vor zwei Wochen hatten sich in einer vergleichbaren YouGov-Umfrage nur 30 Prozent für Verschärfungen ausgesprochen.

Noch deutlicher wird der Wunsch nach härteren Maßnahmen bei der Frage nach bundesweiten Ausgangsbeschränkungen in der Nacht. 56 Prozent sind dafür, 37 Prozent dagegen, 7 Prozent machten keine Angaben. Das Alter scheint dabei ein entscheidender Faktor zu sein: Je älter die Befragten, desto größer sind die Sympathien für Ausgangsbeschränkungen. Von den 18- bis 24-Jährigen sind nur 36 Prozent dafür, unter den über 55-Jährigen sind es 66 Prozent.

In Berlin und Hamburg traten am Freitag nächtliche Ausgangssperren zwischen 21 und 5 Uhr in Kraft. In Hamburg dürfen Bewohner die Wohnung bis zum 18. April in diesem Zeitraum nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen. Ausnahmen gelten beispielsweise für berufliche Tätigkeiten, Gassi gehen mit dem Hund oder Sport im Freien, allerdings immer nur für eine Person. Bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung droht ein Bußgeld. In Berlin dürfen sich Menschen in der Nacht nur noch alleine oder zu zweit im Freien aufhalten.

Laut YouGov-Umfrage spiele die Sympathie zu einer bestimmten Partei ebenfalls eine entscheidende Rolle: Unter den Wählern aller im Bundestag vertretenen Parteien außer der AfD ist eine Mehrheit für eine Verschärfung der Maßnahmen. Besonders groß sei demnach der Wunsch nach Verschärfungen bei den Anhängern der Grünen mit 65 Prozent. Dahinter folgen die Wähler der SPD (58 Prozent), der CDU/CSU und der Linken (jeweils 57 Prozent) und der FDP (50 Prozent). Von den Anhängern der AfD sind nur 33 Prozent für Verschärfungen.

Auch der Aufruf von Kanzlerin Angela Merkel, Ostern zu Hause zu bleiben, werde von einer großen Mehrheit unterstützt. In der YouGov-Umfrage gaben 60 Prozent an, selbst auf Tagesausflüge verzichten zu wollen. Nur 10 Prozent wollen im Inland verreisen – etwa um Verwandte oder Freunde zu besuchen – weitere 2 Prozent wollen ins Ausland. Bei 19 Prozent der Befragten steht mindestens ein Tagesausflug in das Umland ihres Wohnorts auf dem Osterprogramm. Merkel forderte die Bevölkerung am Donnerstag in einer Videobotschaft auf, das diesjährige Osterfest "im kleinen Kreis, mit sehr reduzierten Kontakten" zu feiern.

Informationen laut dpa:

An der YouGov-Umfrage nahmen 2.073 Personen zwischen dem 30. März und 1. April 2021 teil. "Die Ergebnisse wurden gewichtet" und seien repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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(rt/dpa)