Deutschland

Umfrage: Deutliche Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung gegen Verschärfung des Lockdowns

Bei der kommenden Bund-Länder-Beratung deuten sich neue Lockdown-Verschärfungen an. Kanzlerin Merkel kündigte den Gebrauch der "Notbremse" an. Eine Mehrheit in der Bevölkerung gibt es dafür laut Umfrage nicht: 60 Prozent sind gegen eine Verschärfung des Lockdowns.
Umfrage: Deutliche Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung gegen Verschärfung des LockdownsQuelle: Gettyimages.ru © filo / DigitalVision Vectors

Vor den anstehenden Bund-Länder-Beratungen am Montag spricht sich eine klare Mehrheit der Deutschen gegen eine erneute Verschärfung des Lockdowns aus. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben nur 30 Prozent der Befragten an, für eine Ausweitung der Einschränkungen zur Kontaktvermeidung zu sein. 23 Prozent sind lediglich für eine Beibehaltung der noch bis zum 28. März geltenden Corona-Maßnahmen. 22 Prozent sind für eine Lockerung des Lockdowns. 15 Prozent befürworten ein sofortiges Ende aller Einschränkungen der Freiheitsrechte. Zehn Prozent machen keine Angaben.

60 Prozent der Befragten gaben folglich an, keine erneute Verschärfung des Lockdowns zu befürworten.

Am Montag wird sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer treffen. Merkel hat die Bevölkerung bereits auf Verschärfungen des Lockdowns eingestellt. Sie wies am Freitag auf die von Bund und Ländern vereinbarte "Notbremse" ab einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 100 hin. "Wir werden leider auch von dieser Notbremse Gebrauch machen müssen", sagte die CDU-Politikerin laut dpa. Am Sonntagmorgen lag die Inzidenz bei 103,9. Die Anzahl aller vorgenommenen Corona-Tests lieferte die dpa nicht.

Der Lockdown wurde vorerst auf eine Laufzeit bis zum 28. März festgelegt. Eine weitere Verlängerung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Die am 3. März beschlossenen leichten Öffnungsschritte könnten nun zurückgenommen werden – weitere Öffnungen etwa im Gastgewerbe gelten als unwahrscheinlich, obwohl in einer Woche in den meisten Bundesländern die Osterferien beginnen.

Die repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov wurde unter 2.059 Personen zwischen dem 16. und 18. März 2021 durchgeführt. Dabei plädierte eine Mehrheit von 52 Prozent der Befragten dafür, Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben die Öffnung unter bestimmten Auflagen wie beispielsweise Hygiene- oder Abstandsregeln wieder zu erlauben. 14 Prozent sind sogar für eine Öffnung ohne Bedingungen. Nur 25 Prozent der Befragten meinen, die Hotels sollten auch in den Osterferien geschlossen bleiben.

77 Prozent der Befragten wünschen sich eine Öffnung von Restaurants, Biergärten, Kneipen und Cafés. 32 Prozent sagen, nur im Außenbereich sollten unter bestimmten Auflagen zu Ostern wieder Gäste bewirtet werden können. Weitere 34 Prozent sind dafür, auch den Innenbereich zu öffnen. 11 Prozent wollen den Gastwirten die Öffnung ohne Auflagen erlauben. Nur 16 Prozent sagen, Restaurants und Kneipen sollten geschlossen bleiben.

Der Wunsch nach einer Verschärfung ist bei den Wählern der Grünen mit 47 Prozent besonders groß. Dahinter folgen die Anhänger der Linken (37 Prozent), der SPD (35 Prozent) und der CDU/CSU (31 Prozent). Besonders skeptisch werden Verschärfungen von den Wählern der FDP (nur 26 Prozent dafür) und der AfD (nur 25 Prozent dafür) gesehen.

Mehr zum Thema - Medienbericht: Lockdown soll nochmals für vier Wochen verlängert werden

(rt/dpa)

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