Deutschland

Saarland will als Modellregion nach Ostern massiv lockern

Die Bund-Länder-Beratung ermöglichte einzelnen Regionen, als "Modellprojekte" weitgehende Lockerungen zu unternehmen – "mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept". Saarland geht nach Ostern diesen Weg, wie Ministerpräsident Hans am Donnerstag ankündigte.
Saarland will als Modellregion nach Ostern massiv lockernQuelle: www.globallookpress.com © via www.imago-images.de

Das Saarland wird nach Ostern nach monatelangem Lockdown die Corona-Beschränkungen deutlich lockern und weite Teile des öffentlichen Lebens wieder hochfahren. Ab dem 6. April sollen dann unter anderem Kinos, Fitnessstudios und die Außengastronomie an der Saar wieder aufmachen. Bedingung für Gäste und Nutzer seien negative Corona-Schnelltests, die nicht älter als 24 Stunden sein dürfen, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag. 

Auch die Kontaktbeschränkungen werden demnach gelockert: So sollen sich dann nach Informationen von n-tv im Saarland wieder zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten treffen dürfen. Für diesen Schritt aus dem Lockdown soll das Saarland zur bundesweiten Modellregion erklärt werden.

Die Landesregierung wollte die Pläne gegenüber n-tv am Mittwochabend noch nicht bestätigen und verwies auf die Pressekonferenz am Donnerstag mit Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Hans hatte aber bereits am Mittwoch den Schritt angedeutet:

"Mit negativen Tests ist eben mehr möglich."

Man könne nicht mehr nur "mit einer Lockdown-Politik gegen die Pandemie vorgehen", sagte Hans. Stattdessen müsse man auf Tests und Nachverfolgung setzen, um den Bürgern wieder mehr Freiheiten zu ermöglichen.

Für den massiven Einsatz von Tests stehen den Bürgern im Saarland rund 350 Zentren zur Verfügung. Die dort absolvierten Tests sollen 24 Stunden anerkannt werden. Pendler aus Frankreich dürfen ohnehin nur mit aktuellem negativen Test einreisen. Für die täglich mehr als 16.000 Grenzgänger steht am Grenzübergang zudem ein deutsch-französisches Testzentrum bereit.

Für das Saarland wird vom Robert Koch-Institut ein Sieben-Tage-Inzidenzwert von 56 ausgegeben – die Website der Landesregierung gibt hingegen einen Wert von 70,8 an (in beiden Fällen Stand: 24. März). N-tv argumentiert, das Saarland habe "eine der geringsten Sieben-Tage-Inzidenzen aller Bundesländer". Zudem sei die Impfquote bei den Erstimpfungen hoch – jeder neunte Bewohner des Saarlandes habe mindestens eine Impfdosis erhalten.

Auf der jüngsten Bund-Länder-Beratung am Montag wurde beschlossen, dass in Ländern und einzelnen Regionen "zeitlich befristete Modellprojekte möglich sein" sollen – "mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept, um einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen". Laut dpa hätten mittlerweile etliche Städte und Regionen den Wunsch erklärt, Modellregionen für Öffnungsstrategien zu werden. Möglicherweise schafft das Saarland nun Fakten.

Der saarländische Ministerpräsident Hans kritisiert laut n-tv die Bundesregierung genau dafür, dass sie keine zügigen Entscheidungen treffe. "Viel des Frusts" in der Bevölkerung habe damit zu tun, dass so lange für Entscheidungen gebraucht werde.

"Wir müssen professioneller arbeiten, wir müssen zügiger arbeiten und die Dauer der Zusammenkunft muss im Verhältnis stehen zu dem, was hinten rauskommt."

Mehr zum Thema - Lockdown verschärft und verlängert bis 18. April – Zu Ostern soll Deutschland komplett stillstehen

(rt/dpa)

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