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CDU-Bundestagsabgeordnete Strenz stirbt auf Rückflug von Kuba – Hintergründe noch unklar

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz ist auf dem Rückflug von Kuba nach Deutschland gestorben. Die Hintergründe sind noch unklar. Anfang 2020 gab es im Zusammenhang mit Geldflüssen aus Aserbaidschan Durchsuchungen bei der CDU-Politikerin.
CDU-Bundestagsabgeordnete Strenz stirbt auf Rückflug von Kuba – Hintergründe noch unklarQuelle: www.globallookpress.com © imago stock&people

Am späten Sonntagabend bestätigte der Sprecher der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern, Eckhardt Rehberg, den Tod der 53-jährigen CDU-Politikerin Karin Strenz. Die Bundestagsabgeordnete habe sich zusammen mit ihrem Mann auf dem Rückflug von Kuba nach Deutschland befunden und sei während des Fluges kollabiert. Trotz einer Notlandung habe man der 53-Jährigen nicht mehr helfen können. Rehberg zeigte sich tief betroffen. Er gilt als politischer Wegbereiter und Wegbegleiter von Strenz. Unklar war zunächst, warum sich Strenz in Kuba aufgehalten hatte und woran sie starb.

Die Politikerin soll laut einem Bericht der Bild-Zeitung im Flugzeug das Bewusstsein verloren haben. Die Crew des Condor-Flugs DE-199 von Varadero nach Frankfurt am Main habe sich dann für eine außerplanmäßige Notlandung in Dublin entschieden.

Die Christdemokratin war seit 2009 Mitglied des Bundestags. Bei den Wahlen 2009, 2013 und 2017 gewann sie jeweils eines der sechs Direktmandate in Mecklenburg-Vorpommern. Von 2002 bis 2006 sowie von 2007 bis 2009 war sie Abgeordnete im Schweriner Landtag. Im Bundestag saß sie zuletzt unter anderem im Verteidigungsausschuss.

Anfang 2020 gab es im Zusammenhang mit Geldflüssen aus der Kaukasusrepublik Aserbaidschan Durchsuchungen bei der CDU-Politikerin und einem früheren CSU-Parlamentarier. Damals sprach die Staatsanwaltschaft Frankfurt von rund vier Millionen Euro, die zwischen 2008 und 2016 über britische Briefkastenfirmen und baltische Konten geflossen seien. Ermittelt wurde wegen Mandatsträgerbestechung und Geldwäsche. Bei der Durchsuchung im Januar 2020 wurden 16 Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Belgien inspiziert, darunter ein Abgeordnetenbüro des Bundestags.

Strenz blieb trotz der Vorwürfe Mitglied des Bundestags, bei der anstehenden Wahl im September wollte sie aber nicht mehr kandidieren.

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(dpa/rt)