Deutschland

Lauterbach schimpft über Impfaussetzung – Söder würde sich sofort mit AstraZeneca impfen lassen

Ein politisch-mediales Echo begleitet die Aussetzung der AstraZeneca-Impfungen. Kritik kommt von Lauterbach und den Grünen, Zuspruch von der SPD. Söder würde sich "sofort hinstellen" für eine AstraZeneca-Impfung und sieht "keinen Sinn" einer Ablösung von Jens Spahn.
Lauterbach schimpft über Impfaussetzung – Söder würde sich sofort mit AstraZeneca impfen lassenQuelle: www.globallookpress.com © Daniel Karmann / dpa

Gestern Nachmittag verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Montagnachmittag eine vorläufige Aussetzung der Impfungen mit dem Präparat vom britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca. Dadurch wurde in Deutschland eine Debatte entfacht über den Umgang mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca.

Unmittelbar nach Spahns Presseerklärung meldete sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach über Twitter und kritisierte die Entscheidung des Bundesgesundheitsministeriums deutlich. Er bezeichnete diese als "Fehler" – schon "wegen der Seltenheit der Komplikation" – und den AstraZeneca-Impfstoff als "Lebensretter" "in der jetzt Fahrt aufnehmenden 3. Welle".

Lauterbach gibt zwar zu, dass die Gehirnthrombosen mit Hämolytisch-urämischem Syndrom wahrscheinlich auf AstraZeneca Impfstoff zurückzuführen seien. Für ihn "überwiegt" aber "der Nutzen":

Kritik kommt auch von den Grünen. Die Grünen-Europapolitiker Erik Marquardt und Janosch Dahmen kritisierten die Entscheidung von Jens Spahn scharf:

Verständnis äußerten hingegen laut einem Bericht des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) und Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Behrens bewertet die Entscheidung, die Impfungen mit AstraZeneca auszusetzen als "absolut nachvollziehbar und richtig": "Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen geht vor, das ist vollkommen klar". Köpping betonte, sie setze "auf eine zügige Klärung" des Sachverhalts und gab zu bedenken: "Natürlich wirft diese Entwicklung unsere Impfpläne gehörig zurück".

Ähnliche Bedenken äußerte auch der NRW-Ministerpräsidenten und CDU-Vorsitzende Armin Laschet laut dpa. Die Aussetzung der Impfungen werde "viele Strategien wieder verändern". Laschet zeigte sich besorgt:

"Wir haben darauf gesetzt, dass wir jetzt sehr schnell, sehr breit impfen, den Stoff sogar zu den Hausärzten geben. Und jetzt ist er gar nicht mehr da, jedenfalls nicht die nächsten Tage."

Söder würde sich "sofort hinstellen" für eine AstraZeneca-Impfung

Der bayerische Ministerpräsident Söder machte laut RND mehrere Vorschläge, wie die Zeit des Impfstoffmangels überbrückt werden könne. Zum Beispiel könne der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung weiter gestreckt und "die Impfbürokratie" deutlich verschlankt werden. Söder sprach sich für mehr Freiheiten in der Impffolge aus, um "möglichst schnell und viel zu verimpfen".

Zudem äußerte der CSU-Vorsitzende, er glaube nicht, dass die Impfungen mit dem Präparat von AstraZeneca generell ausgesetzt blieben. Es würden nach der Prüfung der Vorfälle im Zusammenhang damit noch viele Gruppen geimpft werden können. Er selbst kenne Viele, die sich sofort damit impfen lassen würden. Söder betonte:

"Ich würde mich auch sofort hinstellen."

Forderungen nach Ablösung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wegen des Impf- und Testdebakels wies Söder zurück. Spahn könne nichts dafür, dass AstraZeneca am Wochenende Lieferkürzungen verkündet habe und heute die Impfungen mit dem Präparat ausgesetzt worden seien. Das seien zwar "alles Hiobsbotschaften", die "nicht das Vertrauen stärken", Söder sieht aber keine Optionen für einen Wechsel im Bundesgesundheitsministerium:

"Das würde jetzt nicht helfen, weil in der Kürze der Zeit kann keiner mit dem Erfahrungswert von Jens Spahn da auch einsteigen. Es hat jetzt keinen Sinn zu wechseln, sondern wir müssen einfach besser werden."

Mehr zum Thema - Ungeschwärzte Verträge: EU-Kommission stellte AstraZeneca weitgehend von Haftung frei

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team