Deutschland

Spendenaktion ehemaliger deutscher Fallschirmjäger: Über 100.000 Euro für russische Veteranen

Es ist ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk: Mitglieder des deutschen Fallschirmjäger-Traditionsverbandes Ost e.V. sammelten zu Weihnachten mehr als 100.000 Euro für russische Veteranen des Zweiten Weltkriegs, für Überlebende der KZs und der Blockade von Leningrad.

Zu der Spendenkampagne erklärte Rainer Rupp, einer der Initiatoren der Kampagne, sie sei "ein kleines Zeichen der Dankbarkeit an die Überlebenden des Kampfes gegen den deutschen Faschismus. Es waren russische Soldaten wie diese Veteranen, die Europa und auch Deutschland von den Nazis befreit haben."

Zum 9. September 2018 hatte die "Vereinigung der Offiziere Russlands" anlässlich des "Internationalen Tags der Erinnerung an die Opfer des Faschismus" einen Besuch in Berlin mit 35 ehemaligen KZ-Häftlingen organisiert. Die Delegation stand unter der Leitung von Nikolai Andrejewitsch Machutow, des Vorsitzenden der "Union der minderjährigen Gefangenen der faschistischen Konzentrationslager".

Die Delegation aus Russland, Weißrussland und der Ukraine richtete damals einen Appell an die Bundesregierung mit der Bitte um Unterstützung und Aufmerksamkeit für diejenigen, die die Schrecken und Folterungen in faschistischen deutschen Konzentrationslagern überlebt haben. Diesen Appell haben am 22. Dezember 2020 Mitglieder des deutschen Fallschirmjäger-Traditionsverbandes Ost e.V. aufgegriffen und dem Vertreter der "Vereinigung der Offiziere Russlands" Oleg Sergejewitsch Jerjomenko eine Spende von 4.700 Euro für russische Veteraninnen und Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges übergeben.

Der Journalist Rainer Rupp (im "Kalten Krieg" während der 1980er Jahre als DDR-Spion im NATO-Hauptquartier, heute auch unter seinem damaligen Decknamen "Topas" bekannt) organisierte umgehend die notwendige mediale Unterstützung für diese Spendenaktion. Bereits wenige Tage nach dem Aufruf hatten schon tausende Bundesbürger Beiträge auf das Spendenkonto überwiesen. Mittlerweile sind es laut Rupp stolze 101.000 Euro geworden. Zudem haben etliche andere Organisationen, insbesondere das "Ostdeutsche Kuratorium von Verbänden" und der "Deutsche Freidenker-Verband e.V." sowie viele private Netzwerke den Aufruf weiterverbreitet. Die Spenden wurden von der gemeinnützigen "Glinka-Gesellschaft Berlin e.V." eingesammelt.

Die Übergabe des Spenden-Schecks fand am 5. Januar 2021, am Vorabend des russisch-orthodoxen Weihnachtsfestes, um 11.00 Uhr in Anwesenheit von Vertretern der russischen Botschaft am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten für die in Berlin gefallenen sowjetischen Soldaten statt (Straße des 17. Juni 4, 10557 Berlin-Tiergarten). Die Organisatoren hatten den Publizisten Uli Gellermann mit der Übergabe der Spende beauftragt.

Mehr zum ThemaAuswärtiges Amt: Ende des Zweiten Weltkriegs brachte für viele nicht Freiheit, sondern Besatzung