Gesellschaft

Australien: Trans-Teenager wird zweimal bestattet – Eltern können sich nicht auf Namen einigen

Die Eltern eines 15-jährigen transsexuellen Teenagers, der sich das Leben genommen hatte, verabschiedeten sich von ihm in zwei getrennten Trauergottesdiensten. Das Paar teilte die Asche auf, da es sich nicht auf den Namen für den Grabstein ihres Kindes einigen konnte.
Australien: Trans-Teenager wird zweimal bestattet – Eltern können sich nicht auf Namen einigenQuelle: Gettyimages.ru © richardwatson

Der 15-jährige transsexuelle Teenager aus Perth starb am 4. März im Krankenhaus nach einem Selbstmordversuch. Als es zu den formellen Angelegenheiten kam, konnten sich seine Eltern nicht entscheiden, welcher Name auf dem Grabstein stehen soll – der weibliche, den das Kind bei der Geburt erhalten hatte, oder der männliche, den es sich später selbst aussuchte.

Die Mutter des Teenagers sagte, sie sei bereit, die Angelegenheit bis zum Obersten Gerichtshof zu bringen, und fügte hinzu, ihr Kind würde es "hassen", den falschen Namen auf seinem Gedenkstein zu haben. Die Frau erklärte, ihr Kind habe um seine Identität gekämpft und sich sogar Sorgen gemacht, welcher Name für sein E-Mail-Login in der Schule verwendet werden würde.

Die Eltern teilten die Asche schließlich auf, schrieben beide Namen auf die Gedenktafeln und verabschiedeten sich von ihrem Kind in zwei separaten Gottesdiensten.

Auf der Sterbeurkunde steht jedoch nur der (weibliche) Geburtsname des Teenagers, da sein Name vor dem Tod nicht offiziell geändert wurde. Kinder dürfen in Westaustralien ihre Namen nicht ohne die Zustimmung beider Elternteile ändern. Wenn nur ein Elternteil zustimmt, geht die Angelegenheit an das Familiengericht.

Als der Teenager 14 Jahre alt war, wurde bei ihm eine Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Seine Mutter erfuhr davon erst am Vortag seines Selbstmordes. Sie sagte, sie sei sich nicht sicher, ob das Wissen über die Störung ihn am Leben erhalten hätte, sie hätte ihm aber definitiv mehr Aufmerksamkeit geschenkt. "Er brauchte mehr Aufsicht als das, was er bekam", sagte sie.

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