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Ukrainische Truppen hissen Hakenkreuz-Fahne an Frontlinie – BILD-Röpcke relativiert dies als "Humor"

Ukrainische Truppen - namentlich das berüchtigte "Asow"-Regiment - hissten jüngst eine Hakenkreuz-Fahne an der Frontlinie zur "Volksrepublik Donezk". BILD-Redakteur Julian Röpcke hält das offenbar für witzig - ausgerechnet am 5. Jahrestag des Massakers von Odessa.
Ukrainische Truppen hissen Hakenkreuz-Fahne an Frontlinie – BILD-Röpcke relativiert dies als "Humor"© Pressedienst der Leitung der Volksmiliz der Volksrepublik Donezk

"Ukrainische Truppen hissen die Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz über ihrer Frontstellung in #Mariinka. Manchmal hasse ich wirklich ihren Sinn für 'Humor'...." So lautet (aus dem Englischen übersetzt) der Twitter-Kommentar von Julian Röpcke, verantwortlicher Redakteur des Politik-Ressorts der BILD, zu einem verlinkten Video. Auf diesem weht die Reichskriegsflagge des Dritten Reiches über den Stellungen des Regiments "Asow" der ukrainischen Streitkräfte an der Frontlinie zwischen der "Volksrepublik Donezk" und der Restukraine im Dorf Marjinka. Das von Röpcke verlinkte Video wurde von der Leitung der Volksmiliz der "Volksrepublik Donezk" auf YouTube hochgeladen.

Dafür, dass es sich bei dem Videomaterial definitiv nicht um russische Propaganda handelt, stehen sowohl Röpcke selbst als auch die "Recherche-Plattform" Bellingcat:

Bemerkenswertes Timing

Röpcke twitterte seinen verharmlosenden und damit völlig unangebrachten Kommentar am 2. Mai 2019 – also ausgerechnet am fünften Jahrestag des Massakers im Gewerkschaftshaus im ukrainischen Odessa.

Damals umzingelten neofaschistische Schläger das Gebäude und setzten es in Brand; von den über 200 darin befindlichen Menschen sind mindestens 48 bei lebendigem Leibe verbrannt oder an Rauchvergiftung erstickt. Diejenigen, die aus den Fenstern sprangen, um sich auf Kosten einiger Knochenbrüche vielleicht doch noch zu retten, wurden von den Faschisten abgefangen und zusammengeschlagen – etliche zu Tode.

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Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte wirft dem Asow-Regiment, dessen Abzeichen aus einer in Neonazi-Kreisen beliebten "Schwarzen Sonne" und einer bereits von SS-Divisionen genutzten "Wolfsangel" besteht, die Begehung von Kriegsverbrechen vor. Aufgrund seiner neonazistischen Umtriebe hat der US-Kongress dem Regiment im Juni 2015 eine weitere finanzielle Unterstützung versagt.

Keine Berührungsängste zu den faschistischen Kriegern hat hingegen Julian Röpcke. Im September 2015 verkündete er in einem Tweet, wie er in Kiew mit der "liberalen Szene" unter der Fahne des Neonazi-Bataillons gefeiert hat:  

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