Europa

"Das Kiewer Regime setzt Terrorszenario um" – Reaktionen in Russland auf den Mord an Sachartschenko

Russland verurteilte den politischen Mord in Donezk scharf und wies auf Hintermänner in Kiew hin. Das Minsker Format sei damit von der Ukraine endgültig aufgekündigt, sagen russische Politiker einstimmig. Die Ukraine-Krise soll nun neu bewertet werden.
"Das Kiewer Regime setzt Terrorszenario um" – Reaktionen in Russland auf den Mord an SachartschenkoQuelle: Sputnik

Rasch reagierte die russische Politik auf die Ermordung des Präsidenten der Donezker Volksrepublik Alexander Sachartschenko. Nur zwei Stunden nach dem Anschlag veröffentlichte das russische Präsidialamt ein Kondolenzschreiben und eine Stellungnahme. Der Angriff sei, wie jeder Terroranschlag, hinterhältig und zeige, dass bestimmte Gruppen an einer friedlichen Lösung des Konfliktes nicht interessiert seien:

Ich erwarte, dass die Organisatoren und Vollstrecker dieses Verbrechens die Strafe erhalten werden, die sie verdienen“, heißt es in der entsprechenden Stellungnahme Putins, die auf der Internetseite des Kremls veröffentlicht worden ist.

Zudem würdigte der russische Präsident die Taten von Sachartschenko — dieser sei "ein echter Anführer, ein mutiger und entschlossener Mensch, ein Patriot des Donbass" gewesen.

In einer schwierigen Zeit setzte er sich für die Verteidigung seines Heimatlandes ein, übernahm eine große persönliche Verantwortung“, heißt es im Kondolenzschreiben.

Sacharowa: Kein Zweifel an Kiews Schuld

Die Pressesprecherin des Außenministeriums Maria Sacharowa machte deutlich, dass vonseiten Russlands nur rein formelle Zweifeln bestünden, dass der Anschlag von Kiewer Geheimdiensten geplant und durchgeführt worden ist. Die Prahlerei und Schadenfreude vonseiten vieler ukrainischen Politiker und Meinungsführer sei ein wichtiges Indiz dafür. Die Regierung in Kiew nannte Sacharowa eindrücklich "Regime".

Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass das Kiewer Regime, das mehr als einmal ähnliche Mittel eingesetzt hat, um missliebige Personen mit abweichenden Ansichten zu beseitigen, hinter seiner Ermordung steht", sagte sie.

Anstatt sich an die Minsker Abkommen zu halten und nach Wegen zur Lösung des internen Konflikts zu suchen, setzten die Kriegshetzer in Kiew das terroristische Szenario um, das die komplexe Situation in der Region verschärft, fügte sie hinzu.

Die Weltgemeinschaft muss die unparteiische Untersuchung dieses Verbrechens vor den Augen der Zivilbevölkerung fordern und angesichts des politischen Marionettensystems der Ukraine kontrollieren", betonte Sacharowa.

Lawrow: Eine Neubewertung der Krise nötig

Der Sprecher des russischen Parlaments Wjatscheslaw Wolodin (Partei Einiges Russland) nannte das Verbrechen "absolute Willkür". Dadurch würden die Schritte Russlands und der Weltgemeinschaft zur Beendigung des Krieges in der Ostukraine null und nichtig. Er rief die Parlamentarische Versammlung der OSZE zur angemessenen Reaktion auf das Verbrechen auf.

Der russische Außenminsiter Sergej Lawrow sagte, dass nach dem Tod Alexander Sachartschenkos keine Treffen im Rahmen des Normandie-Formats möglich seien. Die momentane Situation sei "sehr ernst" und sie bedürfe einer Neubewertung. Er betonte, dass die ukrainische Provokation auf den Bruch der Minsker Abkommen gerichtet sei. Dieses seien allerdings de facto von der Ukraine außer Kraft gesetzt.

Verdächtige nennen Drahtzieher

Die der Durchführung des Bombenanschlages Verdächtigen sollen Donezker Behörden zufolge mittlerweile festgenommen sein. Laut dem Berater des getöteten Republikchefs Alexander Kasakow sagten diese in einem Verhör aus, wer hinter dem Mord steht.

Wir kennen schon den Drahtzieher – das waren Spezialeinheiten (der ukrainischen Armee – Anm. d. Red.) Das stimmt tatsächlich. Diejenigen, die festgenommen wurden, haben Geständnisse abgelegt", sagte Kasakow.

Nach einigen Medienberichten handelt es sich bei den Verhafteten um zwei Männer.

Zuvor hatte der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU jegliche Verwicklung in den Mord an Sachartschenko und seinen Leibwächter abgestritten. Dies sei das Resultat interner Machtkämpfe, so die Pressesprechrin des SBU.

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