Europa

Gasvorräte in Europa bald aufgebraucht?

Während die Füllstände der europäischen Gasspeicher gegenüber den Vorjahren erheblich gesunken sind, ist die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, sicher, die kommenden Wochen und Monate ganz ohne russische Lieferungen zu überstehen. Dies gab sie am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz bekannt.
Gasvorräte in Europa bald aufgebraucht?Quelle: Gettyimages.ru © Alexandra Beier

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben 95,3 Prozent ihres im letzten Sommer in unterirdische Gasspeicher gepumpten Gases verbraucht. Derzeit seien nur noch weniger als fünf Prozent der Vorräte übrig, teilte Gazprom am Samstag mit. Bis zum 31. Januar waren 20 Prozent des Sommergases in die unterirdischen Speicheranlagen des Unternehmens eingespeist worden.

Insgesamt liege der Füllstand der europäischen Gastransport- und Speichersysteme nach Angaben von Gas Infrastructure Europe bei weniger als 32 Prozent. Die Menge des Arbeitsgases in den europäischen Speichern lag damit Anfang Februar 21 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit zu mehr als zwei Dritteln und diejenigen in Frankreich zu fast drei Vierteln leer. Die Gasentnahme aus den europäischen Speichern erfolgt jahreszeitbedingt in der Regel bis Ende März oder Mitte April, erst dann kann der Bedarf wieder durch die laufenden Lieferungen gedeckt werden.

Dagegen gab sich EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz zuversichtlich, dass Europa einen vollständigen Ausfall russischer Gaslieferungen in den kommenden Wochen gut verkraften könne. Ihren Angaben zufolge sei die Europäische Union mittlerweile vollständig für den Fall eines Stopps der russischen Gaslieferungen gerüstet:

"Heute kann ich Ihnen mitteilen, dass – selbst bei einer völligen Unterbrechung der Gasversorgung durch Russland – wir diesen Winter auf der sicheren Seite sind."

Zugleich machte von der Leyen dem russischen Gaskonzern Gazprom schwere Vorwürfe: "Gazprom versucht bewusst, so wenig wie möglich zu speichern und zu liefern, während die Preise und die Nachfrage in die Höhe schnellen."

Bis zuletzt deckte die EU nach Kommissionsangaben knapp ein Viertel (24 Prozent) ihres Energiebedarfs mit Gas, wovon wiederum 90 Prozent importiert werden. 40 Prozent der Importe stammten von Gazprom.

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(rt de/dpa/RIA Novosti)

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