Europa

Extremschwimmer Marco Henrichs über WADA-Vorwürfe gegen Walijewa: "Es stinkt bis zum Himmel"

Marco Henrichs, Extremsportler und Trainer, hält die von den Medien erhobenen Doping-Vorwürfe gegen Russland für politisch motiviert. Der aktuelle Olympia-Skandal um die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa sei dafür ein weiteres Beispiel.
Extremschwimmer Marco Henrichs über WADA-Vorwürfe gegen Walijewa: "Es stinkt bis zum Himmel"Quelle: Sputnik © Alexander Wilf

Der ehemalige Triathlet und Aktivist Marco Henrichs hat in den vergangenen Jahren mehrere Sport- und Trainingsprojekte in Russland absolviert und kennt den russischen Leistungs- und Extremsport vom Inneren. Öffentlich tritt er als Verfechter einer deutsch-russischen Verständigung und Kritiker der aktuellen Russlandpolitik auf.

Restriktionen gegen russische Athleten wegen angeblich staatlich organisierten Dopings hält er für politisch motiviert. Nicht zuletzt, weil Russland auf der "Weltrangliste" der am meisten positiv getesteten Nationen gar nicht auf die ersten Plätze kommt. In einem Kommentar für RT DE hat er den Skandal um die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa als künstlich erschaffen kritisiert.

Aus seiner Sicht handele es sich dabei um ein "WADA-Drehbuch", wonach die positiven Testergebnisse der verbotenen Substanz Trimetazidin pünktlich zum russischen Gold im Teamwettbewerb im Eiskunstlauf gekommen sei. Den Medaillengewinn hatte Walijewa mit ihrem historischen Auftritt am 7. Februar überhaupt erst möglich gemacht hat.

Henrichs wies darauf hin, dass der fragliche Test mehr als 40 Tage vor Beginn der Spiele gemacht worden sei. "Ich finde es sehr stümperhaft von der WADA, dass sie solange wartet und pünktlich zu diesem Wettkampf hingeht und veröffentlicht, um die Schlagzeile zu haben und um wieder jemanden zu verurteilen." Verweise auf COVID-19 oder Probleme bei der Post seien vorgeschoben.

"Für mich als Trainer stinkt das bis zum Himmel". 

Falls die Ergebnisse noch im Dezember bekannt gegeben worden wären, würden sie Henrichs zufolge bei weitem keine so große Aufmerksamkeit erwecken, wie es aktuell der Fall sei. Jetzt aber, bei den Olympischen Spielen, hätten sie bei der enormen Medienpräsenz die nötigen Schlagzeilen, um die junge Sportlerin und mit ihr die gesamte Nation wieder einmal als Verdachtsfall zu verurteilen. "Und das im Eiskunstlauf, wo man weiß, dass diese Sportart eine absolute russische Domäne ist". 

Henrich weist darauf hin, dass Sportler aus Russland aufgrund von Doping-Vorwürfen in den vergangenen Jahren bis zu drei Mal mehr getestet werden als andere, während sie prozentual gesehen gar nicht die ersten Plätze unter den positiv Getesteten einnehmen. 

"Ich betrachte das von der anderen Seite. Die russischen Spitzensportler wurden in den letzten Jahren unter die Lupe genommen. Athleten weitaus mehr – doppelt und dreifach – getestet worden als Athleten anderer Nationen."

"Ich sehe da absolute politische Motivation. Das wird klar, wenn man die Tagesschau schaut oder die Bild-Zeitung liest oder sich die Webseite von WADA anschaut. Prozentual gesehen liegt Russland mit positiven Doping-Fällen am 6. oder 7. Platz weltweit. Die Länder, die davor sind wie die USA – über sie wird nicht gesprochen. Man sucht jeden Strohhalm, um anhand einer Athletin den gesamten russischen Sport zu verurteilen."

Walijewas positive Probe stammt vom 25. Dezember, als sie von der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) auf ihrem Weg zum Titelgewinn in Sankt Petersburg getestet worden war. Die Dopingprobe wurde zur Analyse an ein von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditiertes Labor in Stockholm geschickt, da Russland derzeit kein eigenes Labor mit WADA-Zulassung hat. In Stockholm zeigte die Auswertung der Probe Spuren der verbotenen Substanz Trimetazidin, eines Medikaments zur Behandlung von Angina pectoris und Schmerzen in der Brust.

Aktuell ist die erst 15-jährige Eiskunstläuferin eines Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen nicht überführt und darf somit weiter trainieren. Der Einzelwettbewerb der Frauen startet am Dienstag. Der russischen Internetzeitung Lenta.ru zufolge handelt es sich bei der in ihrer Probe gefundenen Substanz nicht um ein Doping. Sie ist zwar verboten, wirkt sich aber nicht auf sportliche Leistungen aus. Darüber hinaus zeigte der Test das Vorhandensein nur sehr geringer Spuren des Präparats. 

Nichtsdestotrotz werden derzeit gegen Walijewa die "großen Geschütze" des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der WADA und der Internationalen Eislaufunion aufgefahren.

Die Internationale Testagentur (ITA) legte im Namen des IOC beim Internationalen Sportgericht (CAS) Berufung ein mit dem Zweck, die Aussetzung der Suspendierung Walijewas wieder rückgängig zu machen. Falls die ITA damit Erfolg gehabt hätte, hätte Walijewa in Peking nicht mehr antreten dürfen. Am Montagvormittag gab das CAS jedoch bekannt, dass es die Forderung der ITA abgelehnt hat. Somit darf die 15-jährige Athletin aus Russland an den Spielen in Peking weiter teilnehmen.

Der Exekutivausschuss des Internationalen Olympischen Komitees hat jedoch beschlossen, die Vergabezeremonien von Medaillen in der Kategorie Einzellauf bei den derzeitigen Olympischen Winterspielen in Peking zu suspendieren, sollte die russische Athletin Kamila Walijewa gewinnen.

Mehr zum Thema - Olympisches Komitee: Keine Preisverleihung, wenn Walijewa aufs Treppchen kommt

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