Europa

Schweden entscheidet sich gegen Empfehlung von Corona-Impfung für Kinder: "Nutzen gering"

Die Behörde für öffentliche Gesundheit in Schweden hat sich in dieser Woche gegen eine allgemeine Corona-Impfung bei Kindern zwischen 5 und 11 Jahren ausgesprochen. Der medizinische Nutzen sei fraglich.
Schweden entscheidet sich gegen Empfehlung von Corona-Impfung für Kinder: "Nutzen gering"Quelle: Gettyimages.ru © Jonas Gratzer / Freier Fotograf

Die Behörde für öffentliche Gesundheit in Schweden (Folkhälsomyndigheten, FHM) teilte am Donnerstag mit, dass sie sich gegen eine "allgemeine Impfung gegen COVID-19 bei Kindern von 5 bis 11 Jahren" ausspreche.

Die Gesundheitsbehörde sei der Ansicht, dass "der medizinische Nutzen einer allgemeinen Impfung gegen COVID-19 für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren derzeit gering ist". Daher empfehle die Agentur keine allgemeine Impfung von Kindern unter 12 Jahren für das Frühjahrssemester 2022.

Karin Tegmark Wisell, Generaldirektorin der schwedischen Gesundheitsbehörde, wird mit den Worten zitiert: "Wir werden die Angelegenheit weiter verfolgen. Wir bewerten fortlaufend den Wissensstand und die Entwicklung der Pandemie in Schweden und in der übrigen Welt, und wir werden noch vor dem Herbstsemester eine neue Stellungnahme zu diesem Thema abgeben." Es sei nicht zu erwarten, dass "die allgemeine Impfung ab dem fünften Lebensjahr einen wesentlichen Einfluss auf die Ausbreitung der Krankheit hat, weder in der Gruppe der 5- bis 11-jährigen Kinder noch in anderen Bevölkerungsgruppen". Weiter heißt es:

"Wie schon in der Vergangenheit während der Pandemie haben Kinder im Vergleich zu Erwachsenen ein deutlich geringeres Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung. Im Allgemeinen gilt: Je jünger das Kind, desto geringer das Risiko." 

Die Gesundheitsbehörde empfiehlt dennoch weiterhin eine allgemeine Corona-Impfung ab dem Alter von 12 Jahren in Schweden. Seit Juni 2021 wird dort die allgemeine Impfung ab dem Alter von 16 Jahren und seit September 2021 ab dem Alter von 12 Jahren empfohlen. Weiterhin würde auch hier aber der Nutzen für jedes einzelne Kind zugrunde gelegt werden müssen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde waren an der Entscheidung der Verband der Kinderärzte, der Verband der Schulärzte, der nationale Verband der Schulschwestern und -pfleger, der Verband der Kinderpsychiater, der Verband der Ärzte für Infektionskrankheiten, die Impfstoffkoordinatoren in den Regionen, der schwedische Verband der Gemeinden und Regionen (SKR), die Arzneimittelbehörde (Läkemedelsverket) und der nationale Medizinrat (Statens medicinetiska råd, Smer) beteiligt.

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurden am Mittwoch mehr als 40.000 neue Corona-Fälle in Schweden registriert, einer der höchsten Werte innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie – und das trotz begrenzter Tests. Obwohl die vierte Welle tägliche Infektionsrekorde gebrochen hat, sei das Gesundheitswesen nicht so stark belastet wie bei früheren Wellen, heißt es bei Reuters weiter. Die Zahl der Patienten, die auf der Intensivstation behandelt wurden, lag in den letzten vier Wochen zwischen 90 und 120 Personen. Am Donnerstag mussten demnach 101 Patienten mit COVID-19 auf der Intensivstation behandelt werden, deutlich weniger als die mehr als 400 Patienten im Frühjahr 2021. Das skandinavische Land hat rund 10,35 Millionen Einwohner.

Da sich die Omikron-Variante derzeit mit "Rekordgeschwindigkeit" ausbreite, werde Schweden seine derzeitigen Pandemiemaßnahmen um weitere zwei Wochen verlängern, teilte die schwedische Gesundheitsministerin Lena Hallengren am Mittwoch mit. Bars und Restaurants müssen demnach um 23.00 Uhr schließen und es gebe eine Obergrenze von 500 Personen in größeren überdachten Veranstaltungsorten. "Die Beschränkungen müssen zwei Wochen lang aufrechterhalten werden. Wenn alles wie geplant verläuft und die Situation es zulässt, werden die Beschränkungen danach aufgehoben", erklärte Hallengren.

Deutschland stuft Schweden seit dem 9. Januar als Hochrisikoland ein und spricht eine Reisewarnung für das Land aus. Genaue Informationen zu den schwedischen Corona-Regelungen finden sich auf der Seite von Visit Sweden.

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